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Logistik-Gigant Mosolf investiert in Rackwitz und trotzt der Krise deutscher Autobauer

Während die Automobilindustrie schwächelt, geht es dem Logistiker Mosolf noch gut. Am Standort in Rackwitz investiert die Tochterfirma SAT. So trotzt das Unternehmen der Krise.

Lesedauer: 2 Minuten

SAT, eine Tochter der Mosolf-Gruppe, hat in Rackwitz Platz für mehr als 7000 Fahrzeuge. Ein großer Teil der Stellflächen ist mit Photovoltaikanlagen überdacht. Quelle: MOSOLF Gruppe

Bastian Raabe

Rackwitz. Es sind selten zuversichtliche Töne, angesichts der aktuellen Weltlage. Das Logistikunternehmen Mosolf mit seinem Tochterunternehmen, der Sächsischen Autotransport und Service GmbH (SAT), steht auf stabilen Beinen. Trotz anhaltend schwächelnder Automobilindustrie in Deutschland und Europa ist hier, laut eigenen Angaben, noch alles in Ordnung. Das verkündeten führende Mitarbeiter bei einem Treffen mit sächsischen Politikern aus Bund, Land und Kommune am Dienstag. Aber wie trotzt das Unternehmen der Krise am Automarkt?

„Das Kerngeschäft läuft noch sehr gut, dank der Zusammenarbeit mit Asien“, erklärt Mosolf-CEO Patrick Oestreich. Das Geschäft solle weiter internationalisiert werden. „Noch sind wir sehr stark von Europa abhängig, aber wir blicken vermehrt auf andere Weltmärkte, wo noch mehr möglich ist, auch in den USA.“ Den Automobilfirmen in China gehe es sehr gut. „Trotzdem müssen wir auch im europäischen Wettbewerb eine helfende Hand reichen“, sagt Oestreich.

Am Dienstag hat Mosolf-CEO Patrick Oestreich (r.) den Standort in Rackwitz besucht und über die aktuelle Lage des Unternehmens gesprochen.
Am Dienstag hat Mosolf-CEO Patrick Oestreich (r.) den Standort in Rackwitz besucht und über die aktuelle Lage des Unternehmens gesprochen.
Quelle: Bastian Raabe

Hohe Dieselpreise: Mosolf setzt auf Elektro-Lkw

Aktuell werde überall in der Gruppe investiert, nicht nur in Rackwitz. Am Standort in der nordsächsischen Gemeinde fließt Geld unter anderem in die Instandhaltung des eigenen Gleisanschlusses. Mehrere Züge transportieren jede Woche hunderte Autos. Hauptsächlich werden Fahrzeuge jedoch per Lkw befördert.

Hier setzt das Unternehmen vermehrt auf moderne Lösungen. „Wir elektrifizieren stückweise unsere Lkw-Flotte“, erklärt der CEO. Schon jetzt würden sich Elektro-Lkw lohnen. „Seit dem Iran-Krieg und den gestiegenen Dieselpreisen macht das noch mehr Sinn.“ Auch in der Anschaffung seien die Kosten mittlerweile wirtschaftlich. Lediglich die Ladeinfrastruktur auf der Fernstrecke schränke den Nutzen noch stark ein. Hier müsse nachgebessert werden, meint Oestreich.

Teil der Stellflächen mit Solaranlagen überdacht

Am Standort in Rackwitz steht hingegen eigene Ladeinfrastruktur bereit. Der Strom dafür kommt aus Photovoltaik. Ein Großteil der Stellflächen ist mit Solaranlagen überdacht. Diese Überdachung dient primär dem Schutz der abgestellten Fahrzeuge, etwa vor Hagel. Zeitgleich können große Mengen Energie erzeugt werden. Rackwitz soll damit auch Vorbild für andere Standorte des Unternehmens werden.

Noch sind wir sehr stark von Europa abhängig, aber wir blicken vermehrt auf andere Weltmärkte. – Patrick Oestreich, CEO der Mosolf-Gruppe

Langfristig ist eine Erweiterung der Stellflächen um mehrere Hundert Plätze geplant. Dazu soll jedoch zuerst das Gespräch mit der Gemeinde und den Bürgern gesucht werden, betont SAT-Geschäftsführer Mike Leichsenring. Seit Jahren kämpft eine Bürgerinitiative gegen den Lkw-Verkehr im Ort, insbesondere entlang der Leipziger Straße. Die Situation hat sich mit dem Ausbau der Kreuzung von Buchenwalder Straße und B2 sowie der Einführung von Tempo 30 im Ort bereits verbessert.

Aktuell beschäftigt SAT in Rackwitz 77 Mitarbeitende. Zu den wichtigsten Kunden gehören Hyundai, VW, Skoda und Porsche. Zwar sei das bröckelnde Geschäft von VW am SAT-Standort in Glauchau spürbar, aus der Bahn werfen würden die aktuellen Entwicklungen SAT aber nicht, erklärt Leichsenring. Neben den Herstellern arbeitet der Logistiker vor allem mit Auto-Vermietungen und Abo-Anbietern zusammen.

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