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Traditionsbetrieb aus Wurzen in Schwierigkeiten – 120 Mitarbeiter betroffen

Der Wurzener Fördertechnik-Hersteller Wutra ist in wirtschaftliche Schieflage geraten. Das Amtsgericht Leipzig hat ein Sanierungsverfahren angeordnet. Wie es nun mit den 120 Beschäftigten weitergeht – und welche Optionen jetzt geprüft werden.

Lesedauer: 2 Minuten

Die Wutra Fördertechnik GmbH ist in der Industriestraße 4-6 in Wurzen angesiedelt. Quelle: Thomas Kube

Von Tobias Winzer

Wurzen. Der traditionsreiche Hersteller von Förderanlagen aus Wurzen, die Wutra Fördertechnik GmbH, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das Amtsgericht Leipzig habe für das Unternehmen mit derzeit rund 120 Mitarbeitern ein gerichtliches Sanierungsverfahren angeordnet, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. Der Anlagenbauer sei insbesondere durch die Investitionszurückhaltung seiner Kunden und den gestiegenen internationalen Wettbewerbsdruck in wirtschaftliche Schieflage geraten.

Das Unternehmen hat Wurzeln, die bis ins Jahr 1889 reichen. 2018 mussten die Beschäftigten schon einmal um ihre Jobs bangen. Der Eigentümer, die Firma Emde, hatte damals Insolvenz für den Betriebsteil in Wurzen angemeldet. Das Bau- und Abbruchunternehmen Kafril aus Großzschepa (Landkreis Leipzig) übernahm jedoch das Werk.

Deutlicher Rückgang der Auftragseingänge seit Mitte 2025

Wutra hat sich den Informationen zufolge auf Förderanlagen für Industrieunternehmen, etwa im Bereich Transport- und Prozesstechnik für Schüttgüter, spezialisiert.

Das Unternehmen führt die Probleme vor allem auf eine deutlich verschlechterte gesamtwirtschaftliche Lage zurück. Diese habe seit Mitte 2025 zu einem Rückgang der Auftragseingänge geführt. Abnehmer hätten geplante Investitionen und Projekte zurückgestellt oder vollständig gestrichen. „Weitere Belastungen ergaben sich aus dem verstärkten internationalen Wettbewerbsdruck, den steigenden Material-, Arbeits- und Energiekosten sowie den anhaltenden Störungen in den Lieferketten.“

Geschäftsführung rechnet mit Fortbestand des Unternehmens

Von einem Aus des Unternehmens ist derzeit nicht die Rede. Man richte den Blick nach vorn und stelle die Weichen für die Zukunft, sagt Geschäftsführerin Katrin Weist laut der Mitteilung. Fortführungsaussichten seien grundsätzlich gegeben, heißt es. Mitarbeiter, Kunden und Partner seien bereits über die Lage informiert worden und stünden hinter dem Unternehmen.

Der Geschäftsbetrieb wird in vollem Umfang fortgesetzt. Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sind für drei Monate über das Insolvenzgeld der Arbeitsagentur gesichert. Erste Erfolge beim Eintritt in neue Märkte seien erkennbar, heißt es. Es wird derzeit geprüft, ob das Unternehmen mittels eines Sanierungsplans neu organisiert wird oder ob ein Investor einsteigen soll. Insgesamt sollen die Gesamtleistung gesteigert, neue Märkte erschlossen und Kundenbeziehungen ausgebaut werden, heißt es. Ob Arbeitsplätze gestrichen werden sollen, ist noch unklar.

Zum vorläufigen Sachwalter und damit als Kontrollinstanz wurde der Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus bestellt. Eine Kanzlei berät die Wutra-Geschäftsführung rechtlich. Außerdem wird Wutra von Unternehmensberatern kaufmännisch unterstützt.

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