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Vom Start-up zum Traditionsunternehmen: Radeberger Brauerei für 150-jähriges Bestehen geehrt

150 Jahre ist es her, dass das erste Radeberger Bier im Ratssaal des Rathauses verköstigt wurde. Was folgte, ist eine Erfolgsgeschichte. Nun wurde die Brauerei dafür von der IHK ausgezeichnet.
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Man sieht drei Männer bei der Urkundenverleihung.
Feierliche Ehrung für die Radeberger Brauerei: OB Frank Höhme (l.) hält eine knapp 150 Jahre alte Bierflasche, Brauerei-Geschäftsführer Olaf Plaumann (r.) die Urkunde der IHK, die er von Lukas Rohleder verliehen bekommen hat. © SZ/Verena Belzer

Von Verena Belzer

Radeberg. März 1873: Die Mälzerei in Radeberg wurde in Betrieb genommen. Juni 1873: Es wurde begonnen, Bier zu brauen. Und dann, nur zwei Monate später, im August, war es soweit: Im Ratssaal des Radeberger Rathauses fand die erste Bierprobe und Erstverkostung statt.

Und denen, die damals kosteten, schmeckte wohl, was ihnen die Kehlen hinunter lief. Denn im September durfte das erste Bier ausgeliefert werden. Die damalige Tageszeitung, das Radeberger Echo, schrieb anlässlich der Erstverkostung: „Allgemein bewunderte man Farbe und Glanz des Biers, welches an die bevorzugten Wiener Biere erinnerte. Der Geschmack war vortrefflich.“

Nun hat die IHK Dresden die Brauerei für ihr 150-jähriges Bestehen mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Eine Auszeichnung, die nicht vielen Unternehmen zuteil wird. In den vergangenen 20 Jahren ist die für die Radeberger Brauerei erst die zweite dieser Art.

Der Fokus der Radeberger Brauerei liegt in der Heimat

„Die Radeberger Brauerei macht unsere Stadt in der ganzen Welt bekannt“, sagte Radebergs Oberbürgermeister Frank Höhme (parteilos) anlässlich der Ehrung im Ratssaal. „Sogar in Amerika ist das Bier ein echter Renner.“ Er hoffe auf weitere, sehr gute Zusammenarbeit.

Stichwort Amerika: Radeberger Pilsner wird auch dort getrunken, doch der Fokus liege ganz klar auf der Heimat, betonte Brauerei-Geschäftsführer Olaf Plaumann. Dennoch sei man stolz darauf, dass das Unternehmen seit seiner Gründung alle wirtschaftlichen Höhen und Tiefen bis zum heutigen Tag gemeistert habe – und dazu gehöre auch der Export.

Es in der Tat erstaunlich: Schon fünf Jahre nach der Gründung wurde das erste Radeberger per Schiff gen Amerika verkauft. „Das lag sicher an der innovativen Vision der Gründer, das war damals wie ein Start-up“, sagte Plaumann. „Aber auch daran, dass die Brauerei schon immer höchsten Wert auf beste Qualität der Rohstoffe gelegt hat.“

Lukas Rohleder, Geschäftsführer der IHK Dresden, betonte in seiner Laudation auf die Brauerei, dass es sehr wohl beeindruckend sei, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Radeberger habe alle politischen und wirtschaftlichen Krisen überstanden: Weltkriege, politische Umstürze, die Teilung Deutschlands, die Wiedervereinigung. „Radeberger bleibt“, fasste Rohleder zusammen. „Heute würde man das ganz klar als ökonomische Resilienz bezeichnen.“

Kooperation mit Schloss Klippenstein

Zeit also, nun anlässlich dieses Jubiläums der Idee eines Brauereimuseums wieder Leben einzuhauchen? Olaf Plaumann gab sich zurückhaltend. Ein Museum sei erst einmal nicht geplant. „Was wir aber machen wollen, ist punktuell, temporär und themenbezogen mit Schloss Klippenstein zusammenarbeiten, um dort Teile unseres Archivs zu präsentieren.“

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