Dresden. Es ist wieder so weit. Das Finale des diesjährigen Wettbewerbs „Sachsens Unternehmer:in des Jahres“ naht. Für den Sonderpreis „Sachsen gründet – Start-up 2026“, der zum zehnten Mal verliehen wird, hat die Jury vier Finalisten ausgewählt. Der Sieger oder die Siegerin wird in drei Schritten ermittelt: in einer Onlineabstimmung, dem Votum der Jury und live bei der großen Gala am 8. Mai in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden. Die Ergebnisse gehen jeweils zu einem Drittel in die Gesamtwertung ein. Um den Sonderpreis haben sich in diesem Jahr 24 Gründerteams und Gründerinnen aus Sachsen beworben.
Die innovativen Köpfe kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen, vom KI-Biotechnologie-Spezialisten über Pflegedienste und Hoteliers bis zum Handwerk. Das macht die Auswahl für die Endrunde nicht gerade einfach. Das Sieger-Start-up erhält ein Media-Budget im Wert von insgesamt 60.000 Euro in den drei beteiligten Tageszeitungen. Wer es am Ende sein könnte, haben die Leser und Leserinnen mit ihrer Stimme mit in der Hand. Hier werden die vier Kandidaten kurz vorgestellt und kommen in einem Video selbst zu Wort.
KI trifft Biotechnologie in Leipzig
Das Leipziger Start-up AI-Driven Therapeutics (AI-DT) adressiert eines der größten Probleme der Pharmaforschung: hohe Kosten und lange Entwicklungszeiten. Das 2024 gegründete Unternehmen, entstanden an der Medizinischen Fakultät und dem ScaDS.AI der Universität Leipzig, entwickelt eine autonom arbeitende KI-Plattform für die Wirkstoffforschung. Im Fokus steht ein „Co-Wissenschaftler“, der eigenständig neue Proteine und Moleküle entwerfen und bewerten kann.
Finalist für das beste Startup: „AI-Driven Therapeutics“

Quelle: Sachsen Medien GmbH
„Wir bauen eine Art ChatGPT für Proteindesign“, sagt Mitgründer Fabian Liessmann. Die Software greift auf große, validierte Datensätze zurück und soll Aufgaben, die bisher Wochen dauern, in wenigen Stunden lösen. Das könnte die Entwicklungszeit von neuen Medikamenten um bis zu 70 Prozent verkürzen.

Quelle: Pr
2024 gab es für KI-gestütztes Proteindesign den Nobelpreis für Chemie. Das fünfköpfige Gründerteam Nikola Spannaus, Fabian Liessmann, Paul Eisenhuth, Ivan Ivanikov und Felipe Engelberge will dafür sorgen, „dass dieser wissenschaftliche Durchbruch nicht nur bei Pharmariesen stattfindet, sondern auch in Leipzig, Dresden oder Halle wirtschaftlichen Impact erzeugt“, so der Pharmazeut Liessmann. Sechs zahlende Pilotkunden würden bereits die Marktrelevanz bestätigen, heißt es.
Webseite: Accelerate Scientific Discovery |
E-Commerce in Dresden
Elisa Röhr hat aus einem Nebenprojekt in der Elternzeit ein erfolgreiches E-Commerce-Unternehmen aufgebaut: Ihr Dresdner Onlineshop „1mal1japan“ gilt heute als führende Plattform für japanische Lebensmittel und Kochboxen im deutschsprachigen Raum. Was 2019 mit rund 50 Bestellungen im Monat im heimischen Schlafzimmer begann, wächst bis 2025 auf durchschnittlich 5000 Bestellungen monatlich. Rund 400.000 Nutzer besuchen die Seite jeden Monat.
Finalist für das beste Startup: „1mal1japan“

Quelle: Sachsen Medien GmbH
Der Durchbruch kam während der Corona-Pandemie, als die Nachfrage nach Kocherlebnissen zu Hause stark anstieg. Die Japan-Expertin setzt bewusst auf ein schlankes Sortiment mit etwa 100 Produkten sowie einfache, getestete Rezepte. Qualität, schnelle Lieferung und liebevoll gepackte Boxen rechtfertigen höhere Preise. Ein Großteil des Geschäfts läuft über Amazon.

Quelle: SZ/Veit Hengst
Die Wirtschaftsingenieurin führt das profitable Unternehmen mit sieben Beschäftigten – der Umsatz lag 2025 bei 785.000 Euro – gemeinsam mit ihrem Mann. Bürokratie und Importregeln begegnete sie mit ihrer Eigenmarke „Fujiman“. Trotz Expansionsplänen in Europa bleibt für sie die Balance zwischen Wachstum und Familie zentral. „1mal1japan zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg, Familienfreundlichkeit und kulturelle Verantwortung kein Widerspruch sind, sondern Zukunft“, sagt die Gründerin.
Webseite: 1mal1japan.de | Japanisch kochen & einkaufen
Gesundheits-App aus Leipzig
Jährlich werden weit über 350.000 Menschen an Hüft- und Kniegelenken operiert. Mit steigenden Operationszahlen wächst auch der Bedarf an Orientierung für Patientinnen und Patienten. Genau da setzt das sächsische Start-up DORA – Digitale Orthopädie an. Mit seiner Lösung „ActiveTEP“ begleitet das sechsköpfige Gründerteam Menschen strukturiert durch die kritischen Wochen vor und nach dem Eingriff – digital, evidenzbasiert und alltagsnah.
Finalist für das beste Startup: „ActiveTEP“

Quelle: Sachsen Medien GmbH
Die Idee: eine App, kombiniert mit analogen Inhalten, die verständlich erklärt, Übungen anleitet und Sicherheit gibt – ohne zusätzlichen Aufwand für überlastetes Klinikpersonal. Entwickelt wurde ActiveTEP im Rahmen des Promotionsprojekts von Emily Hickmann an der TU Dresden, gemeinsam mit Ärzten, Patienten und Therapeuten. „Die App ist als Medizinprodukt zugelassen und bereits erfolgreich in die Versorgung integriert“, betont die Gründerin und Geschäftsführerin.

Quelle: Tag24
DORA trifft damit einen wachsenden Markt: Eine alternde Gesellschaft, steigende Eingriffszahlen und Personalmangel im Gesundheitswesen erhöhen den Druck auf effiziente, patientenzentrierte Lösungen. Gut informierte, aktive Patienten gelten als Schlüssel für bessere Behandlungsergebnisse.
Webseite: ActiveTEP
Handwerk in der Oberlausitz
Die etwas sperrige Abkürzung BGHW steht für Bau-, Garten- und Hausmeisterservice Wockatz. Der Chef Thomas Wockatz bezeichnet seine Firma aber auch einfach als „Die Löbauer Bau-Brigade“. Er stellte sie gemeinsam mit seinem Bruder vor vier Jahren auf die Beine. Die Motivation bei der Gründung im September 2022 war es, den Menschen in der Oberlausitz verlässliche Hilfe von Handwerkern anzubieten.
Finalist für das beste Startup: „Bau-, Garten- und Hausmeisterservice Wockatz“

Aus der Bau-Brigade wurde ein Komplettanbieter rund um die Immobilie, der Bau- und Sanierungsleistungen, Fliesen- und Innenausbau, Gartenservice und Hausmeisterservice unter einem Dach bündelt. Ganze Häuser kann BGHW sanieren und hat das schon mehrfach unter Beweis gestellt. Derzeit wird das fast 300 Jahre alte Vorwerk in Laucha, ein altes Rittergut, zum Firmensitz aufgebaut. Das Modell funktioniert. Während sächsische Baufirmen Mitarbeitende entlassen müssen, haben die Brüder in den vergangenen vier Jahren 28 eingestellt und erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,5 Millionen Euro. „Trotz Fachkräftemangels erhalten wir mehr Bewerbungen, als wir einstellen können“, sagt Thomas Wockatz. Für ihn ist das Ausdruck von Vertrauen und Identifikation.

Quelle: Tag24
Webseite: BGHW – DIE Bau-Brigade aus Löbau
Und hier geht es zur Abstimmung: https://www.unternehmerpreis.de
Die Abstimmung ist ab Sonnabend, dem 25. April, 0.00 Uhr bis Sonntag, dem 3. Mai, 24 Uhr möglich.
Der Wettbewerb „Sachsens Unternehmer:in des Jahres“ ist eine Initiative von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, Leipziger Volkszeitung, MDR Sachsen, Volkswagen Sachsen, Schneider + Partner, Sächsischer Lotto-GmbH, So geht sächsisch und AOK Plus.
SZ


