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Wie Mikrochips Sachsen zur Drehscheibe für Sicherheitstechnologien machen könnten

Wirtschaftsweise Veronika Grimm ist neue Vorsitzende des Innovationsbeirats. Auch die anderen neuen Mitglieder zeigen, dass Sachsen von den Rüstungsinvestitionen profitieren will.

Lesedauer: 2 Minuten

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer im Gespräch mit Veronika Grimm, Professorin für Volkswirtschaftslehre und Mitglied des Sachverständigenrates Wirtschaft, bei einem Termin an der TU Dresden. Er konnte die bekannte Ökonomin als Vorsitzende des Innovationsbeirats Sachsen gewinnen. Quelle: Pawel Sosnowski

Nora Miethke

Dresden. Mikrochips für Verteidigungs- und Sicherheitstechnologien sind eine Nische im weltweiten Halbleitermarkt, aber ein strategisch wichtiger Markt, der sich in den nächsten zehn Jahren mehr als verdoppeln könnte.

Welche wirtschaftlichen Chancen das für Dresden und Sachsen bringt, darüber wurde am Freitag auf der elften Sitzung des Innovationsbeirats Sachsen diskutiert. Neue Vorsitzende ist seit Dezember die Ökonomin Veronika Grimm. Sie ist auch Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung.

Die geopolitischen Entwicklungen werden in den kommenden Jahren große Herausforderungen, aber auch zahlreiche Chancen für Sachsen bringen. – Veronika Grimm, Wirtschaftsweise und neue Vorsitzende des Innovationsbeirats Sachsen

Unter ihrem Vorsitz rücken nun Sicherheit, Verteidigung, Krisenresilienz und technologische Souveränität ins Zentrum der Beratungen. „Die geopolitischen Entwicklungen werden in den kommenden Jahren große Herausforderungen, aber auch zahlreiche Chancen für Sachsen bringen“, lies sie nach der Sitzung mitteilen.

Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer machte deutlich, dass Sachsen seine wirtschaftliche Transformation gezielt mit solchen Zukunftsthemen verknüpfen will. Wie ernst er es meint, zeigen die neuen Mitglieder, die er in den Beirat berufen hat.

Dazu gehören Tanja Gönner, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der deutschen Industrie (BDI), Professor Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, Dr. Claudia Major, Expertin für Sicherheitspolitik und Vize-Präsidentin für Transatlantische Sicherheitsinitiativen des German Marshall Funds sowie der frühere Infineon-Vorstandschef, Dr. Reinhard Ploss. Damit gewinnt das Gremium zusätzliches Gewicht.

Dresden gut positioniert für Verteidigungs-Chips

Ein Vorteil für die Chiphersteller in Dresden liegt in der Überschneidung ziviler und militärischer Anwendungen. Leistungshalbleiter, wie sie in Elektroautos oder Windkraftanlagen eingesetzt werden, finden sich auch in Drohnen, Raketensystemen oder militärischer Energieversorgung wieder.

Das ermöglicht es Unternehmen wie Infineon und Globalfoundries, bestehende Produktionslinien zu nutzen und gleichzeitig neue Märkte zu erschließen. Der US-Halbleiterhersteller hat diese Woche seine Bauarbeiten für das Standorterweiterungsprojekt „Sprint“ begonnen. Ein zentraler Bestandteil davon ist der sogenannte „Trusted European Flow“, durch den eine vollständig europäische Wertschöpfungskette – angeboten werden soll. „Dies ist auch für die Verteidigungsindustrie relevant, da sämtliche Daten und Prozesse innerhalb Europas bleiben“, sagt ein Globalfoundries-Sprecher. Standortleiter Manfred Horstmann hat schon wiederholt betont, stärker in dieses Geschäftsfeld einsteigen zu wollen.

Michael Kretschmer hat den Innovationsbeirat Sachsen 2019 eingesetzt mit dem Ziel, Innovationspotenziale in Sachsen zu heben und die Staatsregierung beim Strukturwandel in den sächsischen Kohleregionen zu beraten.

SZ

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