Dresden. Eine Leuchtstoffgirlande hängt von der Decke, modisch gekleidete Gäste sitzen auf Hockern in Matcha-Latte-Grün und trinken Kaffee aus Edelstahl-Kaffeebechern. Beim Betreten des „Mika One“ auf der Königsbrücker Straße wird schnell klar: Hier passt das Café zum Standort. Denn wo, wenn nicht in der Dresdner Neustadt, sollte man ein Café betreiben, das Getränke mit perfekter Latte-Art in einem so modernen Ambiente serviert?
Sylvia Müller und Thomas Felsch sind zwei von vier Köpfen hinter der Dresdner Neueröffnung. Das „Mika One“ teilt sich seine Räumlichkeiten mit dem „Offline Shop“. „Stefanie Zúñiga Chongo vom ‚Offline Shop‘ hat mich gefragt, ob ich jemanden kenne, der ein Café hier drin betreiben möchte“, berichtet Sylvia Müller. Erst einmal habe sich nämlich niemand mit genügend Mut gefunden, so die 41-Jährige.
Das Konzept des geteilten Raums begeisterte Sylvia Müller sofort. Der „Offline Shop“, der schon einmal als Popup-Store auf der Hauptstraße geöffnet hatte, ist nun dauerhaft auf die Königsbrücker Straße gezogen. Der Laden verkauft Produkte von Künstlern aus Dresden und anderen deutschen Städten. „So zieht man direkt kreative Menschen an. Ich liebe die Idee, Kunst mit der Möglichkeit, zusammenzusitzen, zu verbinden“, sagt Müller. Also entschloss sie sich, selbst aktiv zu werden und die Gastronomie nebenan zu betreiben. „Mein Mann und ich wollten ohnehin schon immer ein Café eröffnen“, sagt sie.

Quelle: Angelina Sortino
Allerdings fehlt Sylvia Müller und ihrem Mann Nico die Gastro-Erfahrung. Denn sie ist Marketing- und Kommunikationsexpertin, er Designer. Also holten die beiden sich zwei echte Kaffee-Nerds mit ins Boot. Thomas Felsch und Stefan Meyer-Götz betreiben gemeinsam die Firma „That’s Coffee“ auf der Louisenstraße. „Wir beraten regelmäßig Cafés, bilden Baristas aus und rösten selbst Kaffee“, erklärt Felsch.
Team besteht ausschließlich aus ausgebildeten Baristas
Um die richtigen Bohnen für ihr erstes eigenes Café zu finden, haben die beiden eine Verkostung, ein sogenanntes „Cupping“, veranstaltet. „Leicht fruchtig, mit einer Schokonote“, so beschreibt Felsch den Kaffee, auf den am Ende die Wahl gefallen ist.
Doch weil es für ausgezeichneten Cappuccino, Espresso und Flat White mehr als gute Bohnen braucht, setzt das „Mika One“ ausschließlich auf ausgebildete Baristas hinter dem Tresen. „Außerdem führen wir regelmäßig Weiterbildungen und Qualitätskontrollen durch“, erklärt Thomas Felsch.
Diese Qualität hat ihren Preis. Mit 4,50 Euro für einen Cappuccino und 4,90 Euro für einen Flat White bewegt sich das „Mika One“ in einem auch für die Neustadt etwas höheren Preissegment. Wem das zu teuer ist, der sollte früh kommen. „In der ersten halben Stunde kosten der Cappuccino und der Americano bei uns nur 2,50 Euro“, so Müller.
Wir wollten einen Ort schaffen, der offen für alle ist. – Sylvia Müller, Inhaberin
Neben Kaffee gibt es auch verschiedene Matcha-Spezialitäten wie einen Matcha Cloud. Dieser wird aus Zitronenlimonade und Matcha zubereitet und schmeckt deshalb besonders erfrischend.
Während Fletsch und Meyer-Götz für die nötige Gastro-Erfahrung im Team sorgen, ist das Ehepaar Müller für Konzept und Marketing verantwortlich. „Wir wollten einen Ort schaffen, der offen für alle ist. Einen Ort, an dem man sich austauschen kann. Das war mir wichtig“, erklärt die Kommunikationsexpertin.
Damit das gut funktioniert, steht in der Mitte des „Mika One“ ein großer Tisch. Zusätzlich gibt es viele kleine Hocker, die man beliebig zusammenschieben kann, um sich gemütlich zusammenzusetzen.
Künftig sollen im „Mika One“ außerdem Veranstaltungen wie Listening-Sessions, Kaffeeverkostungen und Kunstevents stattfinden.
Das „Mika One“ befindet sich auf der Königsbrücker Straße 38 in Dresden. Es ist Montag bis Samstag von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet.
SZ


