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Durchblick mit Drohne

Die drei jungen Gründer der Elbklar GmbH reinigen mit ihrer Spezialdrohne Fenster und Dächer. Sie haben nicht nur Einsätze im Freistaat im Blick.

Lesedauer: 3 Minuten

Zwei junge Männer mit einer Drohne
Ursprung der Geschäftsidee war ein Video aus Dubai. Nun wollen Henri Salzer (l.) und Anton Schoepe gemeinsam mit ihrem Mitgründer Mika Freyer Fenster und Dächer per Drohne putzen. Foto: Matthias Rietschel

Von Jana Mundus

Dresden. Die Drohne zieht die Blicke auf sich. Sie ist deutlich größer als die kleinen Geräte, die mancher Privatmann für Film- und Fotoaufnahmen nutzt. Vor dem Kaufpark Dresden in Nickern haben Anton Schoepe und Henri Salzer sie aufgebaut. Das ist kein Zufall. Ab Mai wollen die beiden genau hier mit einer solchen Drohne im Einsatz sein. „Das ist erst einmal ein detailgetreues 3D-Modell, um es Kunden oder Messebesuchern zu zeigen“, erklärt Schoepe. Im April soll das Original geliefert werden. Anschließend wollen die Gründer die Technik testen und den Umgang damit trainieren, um künftig Fenster und Dachflächen zu reinigen. Und das nicht nur in Dresden.
Die Idee geht auf ein kurzes Video zurück. Henri Salzer sah in sozialen Netzwerken, wie in Dubai Drohnen die Glasfassaden von Hochhäusern säubern, und war sofort fasziniert. „Ich habe gedacht, das müsste doch auch in Sachsen funktionieren“, erinnert er sich. Gemeinsam mit seinen Mitgründern Anton Schoepe und Mika Freyer sondierte er den Markt und stellte fest, dass es solche Anwendungen in Deutschland zwar vereinzelt gibt, in Sachsen jedoch noch nicht. „Wir erkannten unsere Chance“, fügt er hinzu. Im März 2026 gründeten sie ihr Unternehmen, die Elbklar GmbH.

Drei Freunde mit Gründergeist
Die drei Gründer, alle Anfang 20, kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit am Gymnasium in Coswig. Die Vorstellung, ein eigenes Unternehmen aufzubauen, begeisterte sie früh. „Für mich ist Gründen die Königsdisziplin des Lebens“, sagt Schoepe, der sich ehrenamtlich beim Young Founders Network engagiert. Man lerne unheimlich viel und träfe ständig interessante Menschen. Gleichzeitig sei es eine große Herausforderung. „Ob ich mich in einem Angestelltenverhältnis richtig entfalten könnte, weiß ich gar nicht.“ Er und Salzer haben bereits Intojob gegründet, eine Jobplattform für Jugendliche mit Schwerpunkt auf der Vermittlung von Ausbildungsstellen. Elbklar ist nun ihr zweites Unternehmen.
Bei Elbklar verantwortet Schoepe den Vertrieb und hat in den vergangenen Monaten bereits erste Kunden angesprochen. „Ich habe gezielt alle kontaktiert, die große Glasfassaden haben“, sagt er. Erste Verträge kamen zustande, darunter auch mit dem Kaufpark Dresden. Neben der Landeshauptstadt haben die Gründer Chemnitz, Leipzig und Zwickau im Blick. „Berlin ist für uns perspektivisch natürlich ebenfalls spannend“, sagt er.
Henri Salzer kümmert sich um Technik und Entwicklung. Ursprünglich hatte er mal Maschinenbau studiert, später aber auf Wirtschaftsingenieurwesen umgeschwenkt. „Eigentlich ist es aber das praktische Arbeiten, das mir besonders Spaß macht.“ Gemeinsam mit Partnern arbeitete das Team an der Ausrüstung für ihr Vorhaben. Die Drohne kommt von einem Hersteller für solche Technik. Sie besitzt vorn eine Art Lanze, an der ein Schlauch mit einer Düse befestigt ist. Über sie wird Wasser mit hohem Druck gegen Fenster oder Dächer gesprüht.
Kein normales Wasser. „Das Wasser ist entmineralisiert und reinigt streifenfrei, ganz ohne aggressive Chemie“, erklärt Schoepe. In der Branche sei dieses Verfahren bereits bekannt. Der Schlauch reicht bis zum Boden, wo eine Aufbereitungsstation mit Osmoseanlage für die Entmineralisierung steht. Die haben die drei selbst entwickelt. Hilfe bekamen sie dabei von Harald Lohse, Oberingenieur an der Professur für Fluid-Mechatronische Systemtechnik der TU Dresden. „Auch für die Elektrik haben wir uns Unterstützung gesucht, das muss alles sicher funktionieren.“
Bevor die Einsätze ab April starten, stehen Schulungen an. Salzer und Freyer, der später die Aufträge koordinieren wird, absolvieren einen Drohnenführerschein im Saarland beim Hersteller der Technik. „Dort lernen wir, wie man die Drohne sicher an Fassaden und in Dachbereichen steuert“, sagt Salzer. Künftig werden die zwei die Reinigungseinsätze übernehmen, während Schoepe sich um Kunden kümmert.

Große Pläne fürs erste Geschäftsjahr
Die Gründer sehen vor allem bei hohen Gebäuden Vorteile der Drohne. Bisher kommen dort oft Hebebühnen zum Einsatz. Das ist aufwendig und kann den Verkehr beeinträchtigen. „Bei manchen Gebäuden muss für die Reinigung sogar die Straße gesperrt werden“, sagt Schoepe. Eine Drohne könne solche Arbeiten deutlich vereinfachen. Sie erreicht Höhen von bis zu 60 Metern und lässt sich flexibel einsetzen.
Für ihr Unternehmen haben die drei eine Halle in Coswig gemietet. Auf 225 Quadratmetern entwickeln sie ihre Technik weiter und lagern die Ausrüstung. Von dort fahren sie mit einem Transporter zu den Einsatzorten. Die Preise beginnen nach Angaben des Unternehmens bei 500 Euro und hängen von der Größe der Fläche ab. „Wir wollen im ersten halben Jahr so viele Aufträge umsetzen, dass wir noch in diesem Jahr eine zweite Drohne anschaffen können“, sagt Schoepe.
Noch stehen die ersten praktischen Einsätze aus. Die kommenden Wochen sollen zeigen, wie sich die Technik im Alltag bewährt und ob die Geschäftsidee trägt. Dann wird aus dem Modell vor dem Kaufpark Dresden ein fliegendes Arbeitsgerät.

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