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Mexikanischer Konzern wird größter Baustofflieferant Ostsachsens

Die in Bischofswerda ansässige Pro-Stein GmbH & Co. KG ist jetzt in alleiniger Hand der Cemex-Gruppe. Die verfügt jetzt über die meisten Steinbrüche und Kiesgruben in der Region.

Lesedauer: 2 Minuten

Der südlich von Kamenz gelegene Steinbruch in Kindisch gehört über die Pro-Stein-Gruppe nun ebenfalls komplett dem mexikanischen Cemex-Konzern. Quelle: Archivfoto: René Plaul

Von Ulrich Wolf

Bischofswerda/Dresden. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ist der mexikanische Konzern Cemex zum größten Baustofflieferanten in Ostsachsen aufgestiegen. Seit Jahresbeginn hat er die alleinige Kontrolle über die in Bischofswerda ansässige Pro-Stein GmbH & Co. KG mitsamt ihren Produktionsanlagen und Steinbrüchen erworben. Das Bundeskartellamt hat dem Deal bereits zugestimmt.

Cemex mit Sitz in Monterrey gehört mit umgerechnet rund 16 Milliarden Euro Umsatz zu den zehn größten Baustoffkonzernen der Welt. Das multinationale Unternehmen hatte sich über seine Tochterfirma Cemex Deutschland AG mit Sitz in Rüdersdorf bei Berlin bereits 2022 mehr als 50 Prozent an Pro-Stein einverleibt; 2024 folgten weitere 21 Prozent.

Die Unternehmen der BHS Bau- und Handelsgruppe und der ProStein-Gruppe bleiben unverändert geschätzte Geschäftspartner beim Bau von Infrastruktur für Sachsen. – Dr. Philipp Scheib, Chef der bislang an Pro-Stein beteiligten BHS-Gruppe

Die verbliebenen 26 Prozent hatten bislang der Dresdner BHS Bau- und Handelsgruppe GmbH & Co. KG gehört. Deren Geschäftsführer Philipp Scheib betonte, trotz der Trennung blieben beide Firmen „geschätzte Geschäftspartner beim Bau von Infrastruktur für Sachsen“.

Pro-Stein hat vier Standorte im Landkreis Bautzen, drei im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und zwei im Landkreis Görlitz. Dort werden pro Jahr rund drei Millionen Tonnen Rohstoffe abgebaut. Die 90 Beschäftigten erwirtschafteten dem Abschluss 2024 zufolge rund 22,3 Millionen Euro Umsatz und rund 800.000 Euro Nettogewinn.

Materialquelle für Sachsens Infrastruktur

Die sächsische Firma gewinnt Sand, Kies und Granit; zudem ist sie im Recycling sowie in der Verfüllung von Gruben und Steinbrüchen tätig. Der größte Kunde ist nach Unternehmensangaben die öffentliche Hand, die sich von Pro-Stein Material liefern lässt für Straßen, Brücken, Gleise und Hochwasserschutz.

Cemex zufolge ergeben sich mit dem Deal Synergien in Vertrieb und Verwaltung. So verfüge Pro-Stein über eine „strategisch günstige Lage (…) zu den Märkten in Polen und der Tschechischen Republik“. Zudem verlängere sich die Laufzeit der Gesteinsreserven in Mitteleuropa damit um 25 Jahre.

In Deutschland zählt Cemex mit mehr als 80 Standorten zu den Marktführern. In Sachsen sind die Mexikaner inklusive Pro-Stein unter anderem mit der Marke Transportbeton nun rund 20-mal vertreten.

Zu den von den Mexikanern erworbenen Steinbrüchen zählt auch der in Melaune im Landkreis Görlitz, dessen gelber Granit beim Wegebau im Berliner Zoo sowie im Schosspark Sanssouci und Fürst-Pückler-Park verwendet wurden. Allerdings gibt es um den ein oder anderen Steinbruch immer wieder mal Ärger, so klagen die Anwohner der Förderstätte in Pließkowitz im Landkreis Bautzen seit geraumer Zeit über Lärm, Staub und Gebäudeschäden.

SZ

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