Von Tobias Winzer
Dresden. Der Weinanbau in Sachsen wächst. Zugleich geht die Zahl der Winzer im Freistaat zurück. Wie aus der Antwort des Landwirtschaftsministeriums auf eine Landtagsanfrage hervorgeht, ist die genutzte Rebfläche von 2023 bis 2025 von 527 auf 536 Hektar gestiegen. Sachsen zählt damit weiterhin zu einer der kleinsten Weinanbauregionen Deutschlands. Die Zahl der gemeldeten Weinbaubetriebe ist im gleichen Zeitraum von 1381 auf 1224 geschrumpft.
Vor allem bei den Kleinstwinzern gibt es einen deutlichen Rückgang. Während die Anzahl der Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe seit dem Jahr 2023 nur um einen Betrieb zurückging, verringerte sich die Zahl der Kleinstbetriebe um 156. Dies liege unter anderem am hohen Altersdurchschnitt der Winzer, heißt es in der Antwort. Ebenso werden erhöhte Produktionskosten, die das Anbauverfahren unrentabel machen, als Grund für die Betriebsaufgabe genannt.
Einstmals 5000 Hektar Wein-Anbaufläche in Sachsen
Der Weinbau in Sachsen hat eine mehr als 800-jährige Tradition. Im Jahr 1161 wurde er erstmals urkundlich erwähnt und umfasste in seiner Blütezeit im 17. Jahrhundert eine Fläche von 5000 Hektar. Die Anbauflächen liegen zum überwiegenden Teil an der Elbe – von Pirna über Dresden, Radebeul und Meißen bis nach Diesbar-Seußlitz. Auch Anbauflächen in Jessen (Sachsen-Anhalt) und Schlieben (Brandenburg) zählen formal zum sächsischen Weinbaugebiet.
Laut Deutschem Weininstitut hat sich Riesling in den vergangenen Jahren zur wichtigsten Rebsorte entwickelt. Eine regionale Besonderheit ist der Goldriesling, der fast ausschließlich in Sachsen angebaut wird.
Nach Ernteausfällen 2024: Erträge wieder auf Normalniveau
Nachdem Spätfröste die sächsische Weinernte im Jahr 2024 erheblich beeinträchtigt hatten, haben sich die Erträge im vergangenen Jahr wieder erholt. Wie aus den Daten hervorgeht, erzielten die Weinbauern 2025 einen durchschnittlichen Ertrag von 56 Hektolitern pro Hektar Anbaufläche – nach 15 Hektolitern pro Hektar im Jahr zuvor.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sind dies die bundesweit niedrigsten Flächenerträge. Ursachen hierfür seien unter anderem die klimatischen Bedingungen. Zugunsten höherer Weinqualitäten werde auf höhere Erträge verzichtet.
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