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Automatisiert zum Erfolg

Die Automatisierung bringt Chancen für Sachsen – und die Messe all about automation bringt Anwender und Entwickler zusammen.

Lesedauer: 3 Minuten

Blick auf einen Messestand
Austausch auf Augenhöhe: Bei der Messe all about automation in Chemnitz geht es um Lösungen, die die Zukunft der Arbeit zumindest teilweise stark verändern. Der Branchentreff hat sich längst zur festen Größe für viele sächsische Unternehmen entwickelt. Foto: PUNCTUM / Alexander Schmidt

Von Annett Kschieschan

Chemnitz. Die Industrie 4.0 ist längst in Sachsen angekommen – in den Produktionshallen, in Handwerksbetrieben und Planungsbüros. Künstliche Intelligenz und Automatisierungsprozesse sind fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Und entsprechendes Know-how gibt es in Sachsen reichlich. Bei der Messe all about automation geht es darum, dieses Wissen zu teilen, Netzwerke zu stärken und den Weg für neue Entwicklungen zu ebnen. Robotiklösungen, Integratoren, Software-Entwicklungen und vieles mehr stehen im Fokus der Veranstaltung, die am 23. und 24. September in Chemnitz stattfindet.
Der Branchentreff für Anbieter und Anwender ist die perfekte Gelegenheit zum Austausch auf Augenhöhe. Bereits im Frühjahr hatten sich Aussteller aus sechs Ländern für die Messe angemeldet. Zu den Themenschwerpunkten gehören „KI und maschinelles Lernen“, Montage- und Kennzeichnungssysteme sowie auch die Frage der Nachhaltigkeit im Bereich der Automatisierung.
Das Konzept kommt an. Die von der Easyfairs GmbH organisierte Messereihe ist 2026 besonders stark gestartet. „Sechs Veranstaltungen zwischen Januar und Juni – so viele wie noch nie in diesem Zeitraum – zeigen die Dynamik der Messereihe“, heißt es in einer Presseinformation der Veranstalter. Mit den Premieren in Berlin und Wels (Österreich) habe man sogar zwei neue Standorte erfolgreich etablieren können. „Gleichzeitig entwickeln sich die bestehenden Messen durchweg positiv: entweder mit deutlichen Wachstumsraten oder – bei vollständig belegten Hallen – mit stabilen, sehr guten Ergebnissen“, so das Zwischenfazit für 2026.
Der Erfolg der Messe hat viel mit der teilweise rasanten Entwicklung im Bereich KI und Automatisierung zu tun. Fest steht, dass beides schon heute in vielen Branchen nicht mehr aus der Produktion wegzudenken ist. Und dass die Bandbreite der Einsatzmöglichkeiten wachsen wird. Das rückt einmal mehr die Frage, wie Mensch und Roboter künftig zusammenarbeiten werden, in den Fokus. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Zentrums für das Engineering Smarter Produkt-Service-Systeme (Zess) aus Bochum haben sich im vergangenen Jahr genau damit beschäftigt und eine Studie zur Mensch-Roboter-Kollaboration veröffentlicht. Sie ist eine der spannendsten Fragen beim Thema Automatisierung.
Bei der Mensch-Roboter-Kollaboration setzen Menschen und Roboter Arbeitsschritte in Produktionsprozessen gemeinsam um. In der Studie ging es unter anderem darum, wie Menschen diese Zusammenarbeit bewerten. Das wiederum wird durch ganz unterschiedliche Faktoren beeinflusst. Dazu gehört das Maß an Kontrolle – zum Beispiel über die Geschwindigkeit des Roboters und die Frage, ob diese Geschwindigkeit vom Menschen oder vom Roboter festgelegt wird.

Wer hat wann die Kontrolle?
Die Forscher wollten wissen, wie sich unterschiedliche Steuerungsarten auf die Arbeitserfahrung der Menschen auswirken und welche Schlüsse sich daraus ziehen lassen. Zu diesem Zweck wurde eine Getriebemontage als kollaborative Aufgabe umgesetzt. In einem Fall passte der Roboter die Geschwindigkeit automatisch an die menschlichen Bewegungen an. Im zweiten Durchgang konnte der Mensch die Geschwindigkeit des Roboters manuell einstellen. Beim dritten Experiment blieb die Geschwindigkeit unverändert.
Ein Ergebnis: Studienteilnehmer, die die Robotergeschwindigkeit selbstständig steuern konnten, nahmen eine höhere Autonomie wahr, sahen sich aber auch mit höheren Anforderungen an sich selbst konfrontiert. Wo der Roboter seine Geschwindigkeit selbstständig an die menschliche Bewegung anpasste, erlebten die Menschen den Ablauf als reibungslos und empfanden ihn als „passend“. Und: In allen Gruppen, die an dem Experiment teilnahmen, stieg im Laufe der Zeit das Vertrauen in den Roboter-Kollegen und seine Fähigkeiten.
Ein gutes Zeichen für die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine? Durchaus, legen die Forscher in ihrer Analyse nahe. Dynamische Arbeitssysteme böten in der Praxis viele Vorteile. „Sie geben Mitarbeitenden direkte Kontrolle, fördern Autonomie und ermöglichen personalisierte Anpassungen an unterschiedliche Qualifikationsniveaus oder körperliche Bedürfnisse. Darüber hinaus bieten sie Potenzial für Effizienzsteigerungen unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsanforderungen“, heißt es in der Auswertung der Unter- suchung.
Entscheidend sei „eine sinnvolle Balance aus manueller Steuerung und Automatisierung“.

Austausch auf Augenhöhe
Diese Balance wird in vielen Unternehmen auch in Sachsen derzeit getestet. Wo kann die Automatisierung Abläufe effizienter gestalten? Und wo gehört sie – noch – gar nicht hin? Was können zum Beispiel KI-Agenten hier bewirken? Im Netzwerk Silicon Saxony stehen diese Fragen derzeit ebenfalls weit oben auf der Agenda. Die Strategiegruppe Software des Silicon Saxony plant für den 19. August 2026 eine sogenannte „Spotlight“-Veranstaltung, bei der es auch darum gehen soll, wie Unternehmen Kosten, Risiken und Zusammenarbeit im Zeitalter von KI-Agenten steuern können. Wann lohnt der Einsatz? Wo gibt es Sicherheitsrisiken? Und nicht zuletzt: Wie schaffen die menschlichen Teams diese Umstellung?
All diese Fragen dürften auch bei der all about automation im Herbst in Chemnitz ihren Platz in den Gesprächen und Diskussionsrunden finden. Der Austausch über Branchengrenzen hinweg macht es am Ende für alle Beteiligten leichter, auch die Hürden auf dem Weg zur Transformation mit dem nötigen Schwung zu nehmen.

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