Chemnitz/Stollberg/Erzg. Die 1994 gegründete Duralin Leichtmetall GmbH Sachsen im erzgebirgischen Stollberg ist zahlungsunfähig. Das Amtsgericht Chemnitz hat ein vorläufiges Sanierungsverfahren angeordnet und den Dresdner Wirtschaftsjuristen Thomas Beck zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.
Nach seinen Angaben war das auf Aluminium-Balkone spezialisierte Unternehmen „durch die hohe finanzielle Belastung aufgrund einer Kredittilgung in die Krise geraten“. Mit dem Darlehen hatte Duralin eine Firmenübernahme gestemmt. Die damit verbundenen Tilgungskosten gingen zulasten der Liquidität.
Es freut mich sehr, dass die Loyalität der 21 Mitarbeiter sowie der Kunden mit dem Betrieb dabei ungebrochen ist. – Thomas Beck, vorläufiger Insolvenzverwalter
Nun solle der Betrieb neu aufgestellt werden. „Es freut mich sehr, dass die Loyalität der 21 Mitarbeiter sowie der Kunden mit dem Betrieb dabei ungebrochen ist.“
Der Geschäftsbetrieb laufe uneingeschränkt weiter, hieß es. Die Löhne der Belegschaft seien bis Ende Juni abgesichert. Duralin-Geschäftsführer Uwe Petzold zeigte sich zuversichtlich. Man stehe in engem Kontakt mit den Kunden. „Die Auftragsbücher sind voll.“
Gesellschafter gab Darlehen in Millionenhöhe
Der Sanierungsexperte prüft nach eigenen Angaben alle Möglichkeiten, vom Insolvenzplan bis zu einer übertragenden Sanierung an einen Co-Investor. Das Stollberger Unternehmen gehört der Petzold Management GmbH von Geschäftsführer Uwe Petzold. Diese Beteiligungsgesellschaft ist seit Mitte Mai ebenfalls zahlungsunfähig.
Dem Geschäftsbericht 2024 zufolge gab diese Petzold Management GmbH der Duralin Leichtmetall Sachsen drei Darlehen, die mit selbstschuldnerischen Bürgschaften in Höhe von 3,35 Millionen Euro sowie mit dem Warenlager besichert worden waren.
Die Duralin Leichtmetall GmbH war 1962 als Familienunternehmen in München gegründet worden. Der Standort in Stollberg kam 1994 dazu.
SZ


