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Dresden: Neun von zehn Azubis empfehlen ihren Betrieb weiter – Lange Wege zur Berufsschule bleiben ein Problem

Die Zufriedenheit unter Auszubildenden im IHK-Bezirk Dresden bleibt hoch. Wie eine aktuelle Azubi-Umfrage zeigt, erlernen die meisten Azubis ihren Wunschberuf und sehen gute Berufschancen. Ein Problem bleiben die langen Wege zur Berufsschule.

Lesedauer: 2 Minuten

Die IHK Dresden hat eine Umfrage unter allen Auszubildenden des ersten Lehrjahres im gesamten Kammerbezirk durchgeführt. (Symbolbild) Quelle: picture alliance/dpa

Von Johann-Christoph Landgraf

Dresden. Laut einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden unter Auszubildenden im ersten Lehrjahr erlernen 78 Prozent der Befragten ihren Wunschberuf. 89 Prozent würden ihren Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen. Als wichtigste Gründe nannten sie das Betriebsklima, die Betreuung während der Ausbildung und das Image der Unternehmen.

Bei der Berufswahl spielten vor allem Praktika eine zentrale Rolle: 85 Prozent nannten sie als wichtigen Einfluss. Für 51 Prozent war zudem das persönliche Umfeld aus Eltern, Freunden, Verwandten und Bekannten ausschlaggebend. 29 Prozent der Befragten erhielten bereits nach der ersten Bewerbung eine Zusage für ihren Ausbildungsplatz.

Über 90 Prozent sehen gute Übernahme- Karrierechancen

Auch die Perspektiven nach der Ausbildung werden überwiegend positiv eingeschätzt: 91 Prozent der Auszubildenden sehen gute Übernahme- und Karrierechancen. Für 94 Prozent waren praktische Tätigkeiten und der unmittelbare Einstieg in den Berufsalltag entscheidende Gründe für eine Ausbildung.

„Die Rückmeldungen machen deutlich, dass junge Menschen sehr bewusst auf Zukunftsaussichten und Arbeitsbedingungen achten. Unternehmen punkten demzufolge immer dann, wenn sie interessante und praxisnahe Aufgaben, ein positives Betriebsklima und gute Entwicklungsmöglichkeiten bieten“, resümiert Torsten Köhler, Geschäftsführer Bildung der IHK Dresden, die Umfrage-Ergebnisse.

Erstmals liefert die Erhebung auch Daten zu Beschäftigungsverhältnissen vor der Ausbildung. Danach haben 26 Prozent bereits vor Lehrbeginn ungelernt gearbeitet – davon haben 65 Prozent länger als sechs Monate, 24 Prozent sogar in Vollzeit. Als Gründe werden die Überbrückung der Zeit bis zum Ausbildungsbeginn, persönliche Gründe sowie Unsicherheiten bei der Berufswahl angegeben.

Problem: Weite Wege zu Berufsschulen

Die Umfrage-Ergebnisse verdeutlichen außerdem, dass die Erreichbarkeit von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb ein wichtiges Thema bei der Berufswahl bleibt. Mehr als ein Viertel der Jugendlichen benötigt zwischen 60 und 120 Minuten für den Weg zur Berufsschule. Öffentliche Verkehrsmittel spielen für die Wege zu Schule und Betrieb weiterhin eine zentrale Rolle.

Der Anteil der Auszubildenden, die aufgrund zu großer Entfernungen ein Ausbildungsangebot ablehnten, beträgt 24 Prozent. Rund 14 Prozent sind für ihre Ausbildung umgezogen. Etwa 18 Prozent nutzen einen Wohnheimplatz oder eine Wohnung am Berufsschulstandort.

Unterrichtsausfallbleibt für viele Jugendliche ebenfalls ein Thema, wobei der Anteil der häufig von Unterrichtsausfall betroffenen Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr weiter ansteigt. Rund 18 Prozent gaben an, oft oder sehr oft von Unterrichtsausfall betroffen zu sein.

KI inzwischen Teil des Ausbildungsalltags

Künstliche Intelligenz (KI) ist inzwischen Teil des Ausbildungsalltags, wie die neu aufgenommenen Fragen zeigen. Rund 64 Prozent nutzen KI-Anwendungen in ihrer Freizeit, knapp 50 Prozent bereits in der Berufsschule, in der betrieblichen Ausbildung sind es 20 Prozent.

Hinweis: Für die Umfrage hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden wurden alle Auszubildenden des 1. Lehrjahres im gesamten Kammerbezirk nach ihren Erfahrungen befragt. Von 3381 angeschriebenen Auszubildenden haben sich 637 (19 Prozent) beteiligt. Der Befragungszeitraum lag im März und April 2026.

SZ

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