Ulrich Wolf
Dresden. Das bislang zahlungsunfähige Dresdner Start-up Bidi Bildung Digital GmbH hat neue Investoren gefunden. Damit sei die Zukunft des Bildungsdienstleisters gesichert, teilte der gerichtlich eingesetzte Verwalter Christian Heintze von der Wirtschaftskanzlei BBL Brockdorff mit. Das bereits im Juni 2024 eingeleitete Insolvenzverfahren wurde Ende April aufgehoben.
Die Gläubiger des Unternehmens hätten seinem Anfang April vorgelegten Insolvenzplan zugestimmt, ebenso das Amtsgericht Dresden. Der Geschäftsbetrieb mit 22 Beschäftigten sowie einem Netzwerk von gut 1000 Tutoren laufe vollumfänglich weiter. Um welche Investoren es sich handelt, teilte Heintze nicht mit.
Heintze zufolge bestehen Kooperationen mit mehr als 500 Schulen in ganz Deutschland. „Die Investoren sind sehr engagiert und haben zum Erfolg beigetragen“, sagte Heintze. So sei es gelungen, alle geschlossenen Verträge mit den Schulen weiterzuführen. Während der Corona-Pandemie war zum Beispiel das Dippoldiswalder Gymnasium mit Bidi zusammengekommen.
Der neue Chef kommt aus Berlin
Neuer Geschäftsführer der 2018 gegründeten Firma ist Christoph Jenke. Er geht davon aus, „dass die Nachfrage nach individuellen Förderungen zunehmen wird“. Bidi habe dafür ein erprobtes Angebot, das unabhängig vom Einkommen der Eltern sei und sich am Förderbedarf des Kindes orientiere. Jenke leitet auch ein auf Internet- und Medienfirmen spezialisiertes Beratungsunternehmen in Berlin.
Das Dresdner Start-up bietet über eine Online-Plattform Nachhilfe für alle Klassenstufen und Fächer an – zeitlich flexibel und als Einzelunterricht. Bund und Länder fördern Heintze zufolge das Bidi-Angebot. Das wiederum ermögliche eine kostenlose Nachhilfe durch Einzelstunden für ausgewählte Schülerinnen und Schüler.
2022 hatte Bidi geschätzt rund drei Millionen Euro umgesetzt und dabei etwa 450.000 Euro Verlust gemacht. Die Überschuldung war zu dieser Zeit bereits auf mehr als zwei Millionen Euro gestiegen.
SZ


