Dresden. Klappern, Knacken und Quietschen – auch leise Geräusche können beim Radfahren ganz schön nerven. Das E-Bike setzt da noch eins drauf: Der Motor surrt, und das mitunter deutlich. Wie Fahrräder künftig flüsterleise werden, das hängt eben nicht nur von Motor, Bremsen oder Kette ab, sondern von der gesamten Konstruktion.
Es sind die unzähligen Möglichkeiten, den Schall weiterzutragen bis zum Ohr. Dresdner Fraunhofer-Forscher und Industrieingenieure haben ihre Erfahrungen zusammengepackt und ein neues Prüfverfahren für die Geräusche des Fahrrads entwickelt.
Test für die Testtechnik im Schall-Labor
Entwickelt wurde dieser neuartige Prüfstand vom Praxispartner, der Emec-Prototyping GmbH. Dieses erst 2010 gegründete Dresdner Unternehmen ist auf Prüfstände und Prüftechnik spezialisiert. Das Dresdner Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) hat mit sensibler Messtechnik in seinem extrem gut abgeschirmten Schall-Labor die Messdaten validiert.
Im Schall-Labor finden die realitätsnahen Tests statt, unter solchen Gegebenheiten, denen nun mal ein Fahrrad bei der Tour ausgesetzt ist. Flüsterpflaster wie Kopfsteinstraßen lassen sich so simulieren. Die Geräusche bei ganz unterschiedlicher Belastung des Motors ebenso.

In dem schallisolierten Raum befinden sich reihenweise Mikrofone, die die Geräusche beim Radfahren aufzeichnen. Die beiden wichtigsten Mikros befinden sich im Kunstkopf von einem Dummy.
Wie das IWU dazu mitteilt, bietet der neue akustische Prüfstand den Fahrradherstellern die Möglichkeit, ihre Produkte auf Störgeräusche hin zu prüfen. Bereits im Prototypstadium könnten damit die Hersteller ihre Räder auf solche Schwachstellen testen.
Das sei sowohl mit kompletten Fahrrädern als auch mit einzelnen Komponenten wie dem Motor möglich. Auch ein realer Radfahrer kann in die Pedale treten, was nochmals den Sound des Rades verändert.


