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Dresdner Speicherchipfirma FMC holt Ex-Infineon-Chef in den Beirat

Reinhard Ploss, ehemaliger Vorstandschef von Infineon, unterstützt jetzt das Dresdner Chip-Start-up FMC beim Aufbau einer Fabrik in Sachsen-Anhalt. Quelle: Matthias Balk /dpa

Lesedauer: 2 Minuten

Reinhard Ploss, ehemaliger Vorstandschef von Infineon, unterstützt jetzt das Dresdner Chip-Start-up FMC beim Aufbau einer Fabrik in Sachsen-Anhalt. Quelle: Matthias Balk /dpa

Von Nora Miethke

Dresden. Der Dresdner Speicherchip-Entwickler „Ferroelectric Memory Company“, kurz FMC, verstärkt seinen Beirat mit zwei prominenten Köpfen der internationalen Halbleiterindustrie: Der ehemalige Infineon-Vorstandsvorsitzende Reinhard Ploss übernimmt den Vorsitz des Gremiums, während der langjährige Halbleitermanager Rutger Wijburg als Mitglied in den Beirat einzieht. Mit den Personalien will das Unternehmen seine strategische und operative Kompetenz in einer entscheidenden Wachstumsphase ausbauen.

FMC wurde 2016 aus der Namlab GmbH der Technischen Universität Dresden ausgegründet und hat sich auf das Dünnschichtmaterial Hafniumoxid spezialisiert. Damit soll es möglich sein, Speicherchips mit sehr geringem Stromverbrauch herzustellen. Diese werden für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz dringend benötigt. Die Dresdner treiben derzeit die Kommerzialisierung ihrer DRAM+- und CACHE+-Produkte voran.

Pläne für Chipfabrik in Sachsen-Anhalt weiter verfolgt

Nach der jüngsten Finanzierungsrunde in Höhe von 100 Millionen Euro baut das Unternehmen zudem seine Präsenz in Europa und weltweit weiter aus und verfolgt Pläne für den Aufbau einer hochmodernen Halbleiterfabrik in Sachsen-Anhalt. Im Gespräch ist das ehemalige Intel-Gelände in Magdeburg. Das Land Sachsen-Anhalt hat das Gelände inzwischen zurückgekauft. In dieser Phase sollen Ploss und Wijburg ihre jahrzehntelangen Erfahrungen in Fertigung und Unternehmensskalierung einbringen.

Die Berufung von Ploss gilt als wichtiger strategischer Schritt. Als Vorstandsvorsitzender führte er Infineon über mehr als zehn Jahre und baute den Konzern zu einem der weltweit führenden Halbleiterhersteller aus. Seine Erfahrung bei der Entwicklung internationaler Wachstumsstrategien, der technologischen Positionierung und dem Ausbau globaler Organisationen soll FMC dabei helfen, den Übergang vom Technologieentwickler zum weltweit agierenden Anbieter von Speicherchips erfolgreich zu gestalten.

Ich bin beeindruckt von den technologischen Fähigkeiten, die FMC aufgebaut hat, und von den Fortschritten, die das Team in einem äußerst anspruchsvollen Umfeld erzielt hat. – Reinhard Ploss, ehemaliger Vorstandschef von Infineon

„Ich bin beeindruckt von den technologischen Fähigkeiten, die FMC aufgebaut hat, und von den Fortschritten, die das Team in einem äußerst anspruchsvollen Umfeld erzielt hat“, lässt sich Ploss zitieren. Das Unternehmen habe ein starkes Fundament geschaffen, um ein weltweit führender Anbieter KI-relevanter Speicherlösungen zu werden, gibt sich der Manager überzeugt.

Ebenso bedeutend ist der Einstieg von Wijburg. Er hatte leitende Führungspositionen bei Globalfoundries und NXP Semiconductors inne und war zuletzt Chief Operations Officer bei Infineon. Er verantwortete zuletzt die weltweiten Fertigungsaktivitäten des Konzerns und spielte eine zentrale Rolle beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten. Dazu gehörte auch die Gründung des Dresdner Gemeinschaftsunternehmens ESMC mit TSMC, Bosch und NXP. Mit seiner Expertise bringt Wijburg genau jene Erfahrung mit, die FMC für die Überführung seiner Technologien in die Serienfertigung benötigt. Er ist überzeugt, „dass das Unternehmen die Möglichkeit hat, Europas Fähigkeiten im Bereich moderner Speichertechnologien wieder aufzubauen“.

Für FMC ist die Erweiterung des Beirats ein Signal an Investoren, Kunden und Partner. Die Verpflichtung von Ploss und Wijburg unterstreicht den Anspruch, „unser Ziel zu verwirklichen, aus Europa heraus ein weltweit relevantes Unternehmen für KI-Systemspeicher aufzubauen“, betont FMC-Vorstandschef Thomas Rückes.

SZ

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