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Edding in Bautzen produziert neuen Stift: Was das Besondere daran ist

Edding in Bautzen hat 1,5 Millionen Euro investiert, um Ventilmarker herstellen zu können. Was sie von anderen Markern unterscheidet und wofür sie genutzt werden können.

Lesedauer: 3 Minuten

Man sieht Sandro Randig, der vor einer der beiden neuen Anlagen, mit denen die Firma erstmals Ventilmarker selbst produziert, steht.
Sandro Randig ist beim Stiftehersteller Edding in Bautzen Projektverantwortlicher für die neue Produktionsstrecke. Er steht vor einer der beiden neuen Anlagen, mit denen die Firma erstmals Ventilmarker selbst produziert. © Steffen Unger

Von David Berndt

Bautzen. Neuer Projektleiter, neue Maschinen, neuer Stift: Die V.D. Ledermann und Co. GmbH hat 1,5 Millionen Euro in eine neue Produktionsstrecke investiert. Damit produziert die 100-prozentige Tochter von Edding in Bautzen bald Ventilmarker.

Verantwortlich dafür ist Sandro Randig. „Mit den neuen Maschinen stellen wir erstmals Ventilmarker in Bautzen her“, sagt er. Im Unterschied zu Permanent-Markern befinde sich dabei dickflüssige Tinte direkt im Stift und nicht in einem Faserspeicher. „Deshalb gibt es bei den Ventilmarkern auch ein Mischteil im Schaft, das die Tinte mischt. Es erzeugt dieses klackernde Geräusch beim Schütteln“, sagt Randig.

Edding nutzt recycelten Kunststoff für Ventilmarker

Der 40-Jährige hat Wirtschaftsingenieurwesen an der Berufsakademie Bautzen studiert, lebt in Schirgiswalde und ist im September 2022 nach erfolgreicher Bewerbung auf eine Stellenausschreibung als Assistent der Geschäftsführung zu Edding gekommen. Zuvor hatte er bei einem Lieferanten von Edding gearbeitet und kannte seinen neuen Arbeitgeber also schon. „Als ich kam, war bereits klar, dass die neue Produktion nach Bautzen kommt.“

Sandro Randig wurde dann mit der Projektleitung beauftragt. „Mit den neuen Anlagen für Ventilmarker erweitern wir in Bautzen unsere Kompetenz und unser Angebot. Und wir tragen zur Nachhaltigkeit von Edding bei, denn für die Spritzgussteile verwenden wir ausschließlich recycelten Kunststoff aus Abfall.“ Das verbrauche weniger Kohlendioxid, als neuen Kunststoff zu produzieren. Bis 2026 wolle Edding 3.000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Eigene Produktion sichert Edding-Standort Bautzen

„Mit der Produktion der Ventilmarker macht sich Edding unabhängiger von Zulieferungen und minimiert das Geschäftsrisiko. Wir in Bautzen haben dafür 1,5 Millionen Euro investiert, bauen den Standort damit weiter aus und sichern ihn. Es ist für Edding und für die V.D. Ledermann ein Gewinn“, sagt Dr. Olaf Seidel, technischer Geschäftsführer bei V.D. Ledermann.

Bautzen sei der einzige Produktionsstandort von Edding in Deutschland. Mehr als die Hälfte aller Edding-Stifte wird hier hergestellt. „Die eigene Produktion und Gestaltung der Stifte kann flexibler, schneller und zielgerichteter laufen als die Bestellung über Zulieferer. Die neuen Maschinen für die Ventilmarker sind die große Neuerung bei uns. Edding produziert diese Stifte nun erstmals selbst“, erklärt Seidel.

So stellen die Mitarbeiter in Bautzen die Spritzgussteile für Kappe, Mundstück und Schaft aus Kunststoff sowie das Ventil selbst zusammen, um am Ende die Ventilmarker daraus zu montieren, erklärt Sandro Randig. „Dafür haben wir nicht nur 2023 die beiden Produktionsanlagen in Betrieb genommen, sondern auch neue Werkzeuge zur Herstellung der Spritzgussteile selbst gebaut.“

Ventilmarker interessant für Kreativ- und Bastelszene

Die Montage der Ventilmarker folgt einem festen Ablauf. Demnach kommen zuerst Mischteil und Tinte in den Schaft. Dann folgen Ventil, Schwamm und Spitze sowie am Ende Mundstück und Kappe. Danach werden die Etiketten aufgebracht. „Die weiße dünne Spitze drückt in das Ventil, sobald man den Stift auf der Oberfläche aufsetzt. Dadurch läuft Tinte durch das Ventil und der Schwamm verhindert, dass es kleckst oder zu viel Tinte herauskommt“, sagt Sandro Randig.

Kappe, Mundstück (beide schwarz), den Schaft (Mitte) sowie das Ventil (unten rechts) stellen die Edding-Mitarbeiter in Bautzen selbst her. Das kleine Metallteil (oben rechts) mischt die dickflüssige Lacktinte.
© Steffen Unger

Die Ventilmarker mit Lacktinte seien demnach für Firmen- wie für private Kunden interessant. Gerade in der Kreativ- und Bastelszene werde Lacktinte immer beliebter. Die Stifte „eignen sich für die Beschriftung und Dekorierung von Glas, Metall, Kunststoff oder Stein“.

Welchen Stift oder welche Tinte man benutze, sei eine ästhetische Frage, findet der Bautzener Projektleiter. „Die Lackfarbe sieht hochwertiger aus. Sie glänzt und funkelt, vor allem in Gold oder Silber, wobei es auch matte Versionen gibt.“ In Bautzen werden künftig Ventilmarker in 13 verschiedenen Farben hergestellt. Das sei aber ausbaufähig, und man könne flexibel auf Kundenwünsche reagieren.

Ventilmarker-Produktion soll im Sommer richtig starten

Im Moment befinde sich die Produktion noch im Musterbetrieb. „Ich schätze, im Sommer werden wir richtig loslegen können. Diese Anlagen sind um einiges komplexer als die bisherigen für Permanent-Marker“, sagt Sandro Randig.

Deshalb habe sich auch der Start verzögert. Eigentlich sollten die neuen Maschinen schon 2022 aufgebaut werden, hatte damals die kaufmännische Geschäftsführerin Franziska Sill erklärt. „Aber durch die Komplexität des Stiftes hat sich der Bau der neuen Anlage schwieriger gestaltet als erwartet“, sagt Sandro Randig.

Und noch etwas ist besonders an der neuen Produktionsstrecke: „Aufgrund ihrer Größe haben die neuen Maschinen die bisherigen Rekorde bei Edding in Bautzen gebrochen. Die eine ist knapp 20 Meter und die andere rund 19 Meter lang. Das sind fünf Meter mehr als die bestehenden Maschinen“, so der Projektleiter.

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