Suche
Suche

gevekom wächst trotz KI-Umbruch weiter und bereitet Konsolidierungsphase vor

Die gevekom-Gruppe hat 2025 ein erneutes Umsatzplus erzielt und sich in einem stark von KI und Automatisierung geprägten Marktumfeld behauptet. Parallel treibt das Unternehmen den Ausbau von KI-Technologien, internationalen Standorten und eine mögliche Konsolidierungsstrategie voran.

Lesedauer: 2 Minuten

Team des Standortes in Tunis, Ahmed Amine Kammoun, Standortleiter Tunis (2.v.r.) Abbildung: gevekom

Die Dresdner gevekom-Gruppe hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Umsatz von 81,43 Millionen Euro abgeschlossen. Das entspricht einem Plus von 2,05 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nach Unternehmensangaben setzt sich damit eine fünfjährige Phase stabilen Wachstums fort, während sich der europäische Customer-Service-Markt gleichzeitig stark im Wandel befindet.

Wachstum in einem unter Druck stehenden Markt

Der Markt für Customer-Service-Dienstleistungen steht derzeit unter erheblichem Transformationsdruck. Automatisierung, KI-Systeme und veränderte Kundenanforderungen führen branchenweit zu sinkenden Volumina und strukturellen Anpassungen.

Vor diesem Hintergrund verweist gevekom auf stabile Geschäftsentwicklung trotz schwieriger Rahmenbedingungen. Die Zahl der Beschäftigten blieb mit rund 2.500 Mitarbeitenden unverändert.

Im Bestandsgeschäft sowie durch Neukunden konnte das Unternehmen weiter wachsen. Insgesamt wurden 16 neue Auftraggeber gewonnen, darunter Unternehmen aus den Bereichen E-Commerce, Telekommunikation, Versicherungen und Tourismus.

KI und Automatisierung verändern das Geschäftsmodell

Ein wesentlicher Faktor der aktuellen Entwicklung ist der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Serviceprozessen. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben im Jahr 2025 rund eine Million Euro in Technologie investiert und KI-basierte Anwendungen weiter ausgebaut.

Dabei werden insbesondere Automatisierungslösungen und sogenannte „AI Agents“ entwickelt, die Teile von Kundenservice-Prozessen übernehmen oder unterstützen sollen. Ziel sei es, menschliche und automatisierte Prozesse stärker zu verzahnen.

Ein Beispiel ist ein eingesetzter Voicebot, der einen Teil der standardisierten Kundenanfragen eigenständig bearbeitet.

Internationale Standorte ausgebaut

Im Rahmen der Internationalisierungsstrategie wurde 2025 ein weiterer Standort in Tunis (Tunesien) eröffnet. Dieser ergänzt das bestehende Netzwerk aus Standorten in Europa und Nordafrika. Der Standort soll perspektivisch auf bis zu 200 Mitarbeitende wachsen und insbesondere mehrsprachige Serviceleistungen unterstützen.

Mitarbeiterentwicklung bleibt stabil

Die Mitarbeiterzahl blieb im Jahresverlauf konstant. Gleichzeitig verweist das Unternehmen auf eine hohe Bewerberzahl und stabile Bindungsquoten. Interne Programme und neue Recruiting-Ansätze über digitale Kanäle wurden weiter ausgebaut.

Strategischer Ausblick: Fokus auf Wachstum und mögliche Übernahmen

Für die kommenden Jahre kündigt gevekom einen strategischen Schwerpunktwechsel an. Neben organischem Wachstum soll künftig auch anorganisches Wachstum durch mögliche Unternehmensübernahmen stärker in den Fokus rücken.

Zudem sollen Investitionen in Vertrieb, Technologie und KI weiter ausgebaut werden. Die Branche insgesamt befindet sich laut Einschätzung des Unternehmens in einer Phase der Konsolidierung, die durch technologische Veränderungen beschleunigt wird.

Im Juni 2026 feiert die gevekom-Gruppe ihr 20-jähriges Bestehen.

Das könnte Sie auch interessieren: