Von Lea Heilmann
Leisnig. Vor rund einer Woche wurde bekannt, dass das insolvente Fliesenwerk in Leisnig einen neuen Investor hat. Übernommen hat die Meta Wolf AG. Gekauft hat das Unternehmen jedoch nur das Werksgrundstück. Einen klassischen Betriebsübergang, also auch die Übernahme der Belegschaft, gibt es nicht. Zudem ist am 30. Juni auch der Zeitraum für das Insolvenzgeld ausgelaufen.
Deshalb mussten die rund 200 Mitarbeiter, davon 160 am Standort Leisnig, gekündigt werden. Bis auf ein Abwicklungsteam wurden sie mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das teilte die Kanzlei BBL Brockdorff mit.
Belegschaft wirbt gemeinsam um neue Jobs
Zum 1. Juli hat der Fliesenhersteller seinen Geschäftsbetrieb eingestellt und das zuständige Insolvenzgericht das Verfahren eröffnet. Insolvenzverwalter Dr. Christian Heintze habe sich mit dem Betriebsrat auf einen Interessenausgleich geeinigt, der mit Verfahrenseröffnung unterzeichnet wurde.
Die Meta Wolf AG plant, dass der Betrieb in Leisnig 2027 wieder aufgenommen werden soll. Doch so lange wollen die Mitarbeiter nicht warten. Auf LinkedIn posteten sie über den Account der Panariagroup Deutschland einen Aufruf: „Wir suchen keinen Investor mehr – wir suchen Arbeitgeber“.
Von Produktion bis Außendienst
Neben Leisnig hat das Unternehmen noch Standorte in Bremen und Mühlacker. Mehr als 200 Mitarbeiter würden aktuell vor einer ungeplanten beruflichen Neuorientierung stehen. „Nach vielen Monaten voller Hoffnungen, Gespräche und Rettungsversuche hat unser Unternehmen leider keine Zukunftsperspektive gefunden“, heißt es in dem Aufruf. Die gute Nachricht für Arbeitgeber sei, dass sie neue Mitarbeitende nicht einzeln suchen müssen, es gebe sie bereits bei Panaria.
Am Hauptsitz in Leisnig würden engagierte Mitarbeitende aus Produktion und Technik sowie aus sämtlichen kaufmännischen und administrativen Bereichen für neue Perspektiven bereitstehen. An den Standorten Bremen und Mühlacker gebe es erfahrene Fachkräfte in kaufmännischen Funktionen sowie das Marketing- und Grafikteam, das ebenfalls in Mühlacker sitzt.
Wir haben in den vergangenen Monaten bewiesen, dass wir auch unter schwierigen Bedingungen professionell arbeiten, Verantwortung übernehmen, gemeinsam anpacken und da weiterkämpfen, wo andere längst aufgehört haben. – Fliesenwerk-Belegschaft in ihrem LinkedIn-Aufruf
Ergänzt werde das Angebot durch den bundesweit agierenden Außendienst. Spezialisten für Personal, Entgeltabrechnung und Arbeitsrecht, Export- und Logistikexperten sowie Führungskräfte mit langjähriger Erfahrung sind nur einige Stellen, die in dem Schreiben aufgelistet werden.
Die Mitarbeiter schreiben weiter, dass sie Leistungsbereitschaft auch in schwierigen Zeiten sowie Erfahrung, Loyalität und Teamgeist auszeichnet. „Wir haben in den vergangenen Monaten bewiesen, dass wir auch unter schwierigen Bedingungen professionell arbeiten, Verantwortung übernehmen, gemeinsam anpacken und da weiterkämpfen, wo andere längst aufgehört haben“, heißt es in dem Aufruf.
Bereits Mitte Juni hatte sich abgezeichnet, dass der Betrieb im Fliesenwerk stillgelegt wird. Der Insolvenzverwalter Dr. Christian Heintze hatte am 16. Juni die Belegschaft informiert und damit begonnen, die Anlagen kontrolliert herunterzufahren. Dieser Prozess sei inzwischen abgeschlossen.
„Die Brennöfen und Anlagen sind in einem betriebsbereiten Zustand, sodass die Produktion gegebenenfalls zu einem späteren Zeitpunkt durch einen möglichen Erwerber wieder aufgenommen werden kann“, sagte Heintze.
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