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Milliarden für TSMC-Ansiedlung: Das denken die Sachsen darüber

Der Chipriese TSMC wird mit Milliarden-Subventionen nach Dresden gelockt. Viele Sachsen halten das für richtig - blicken aber mit Sorgen auf die Wirtschaftslage.
Lesedauer: 3 Minuten
Das Bild zeigt das geplante Werk.
Der Chipriese TSMC will in Dresden ein neues Werk für zehn Milliarden Euro bauen. Es wird der erste europäische Standort für den Konzern. © TSMC

Von Tobias Winzer

Für Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig ist es „die Nachricht des Jahres“: Mit dem taiwanischen Unternehmen TSMC baut der weltgrößte Chipkonzern ein neues Werk in Dresden – das erste in Europa. Zehn Milliarden Euro sollen investiert werden, etwa die Hälfte davon will die Bundesregierung als Subventionen zuschießen. Während Sachsens Landesregierung diesen Schritt auch im Hinblick auf das langwierige Werben um TSMC feiert, sehen Ökonomen vor allem die Höhe der Fördermittel kritisch.

Dieser Zwiespalt zeigt sich auch im Ergebnis einer repräsentativen Exklusiv-Umfrage, die Sächsische.de gemeinsam mit den Meinungsforschern von Civey in Auftrag gegeben und nun ausgewertet hat. Es zeigt sich: Viele Sachsen betrachten die in Aussicht gestellten Subventionen in Milliardenhöhe als gerechtfertigt. Zugleich sehen viele diese Zahlungen skeptisch. Zwei weitere Umfragen zeigen zudem, dass sich eine Mehrheit der Sachsen um die wirtschaftliche Lage in Deutschland sorgt.

Konkret wollten wir zunächst wissen: Wie bewerten Sie es, dass durch staatliche Subventionen in Milliardenhöhe Anreize für die Ansiedlung internationaler Konzerne in Deutschland geschaffen werden (z.B. TSMC in Dresden)? Die Meinungen dazu sind offenbar gespalten. 41 Prozent der Sachsen sehen dies als richtigen Schritt. 40 Prozent hingegen sagen, dass es falsch ist. Zugleich sind 19 Prozent bei dieser Frage unentschieden.

Doch auch wenn die Ansiedlung des taiwanischen Konzern teuer erkauft ist, betrachten Entscheider aus Bundes- und Landesregierung den Schritt als Beweis für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit Deutschlands – zumal allein die TSMC-Entscheidung die Ansiedlung weiterer Unternehmen mit sich bringen wird. Vor allem von der politischen Opposition wird immer wieder das Szenario einer Deindustrialisierung beschworen, obwohl Wirtschaftsdaten diese Behauptung nicht stützen. Fakt ist aber: Es machen sich viele Menschen Sorgen um ihre eigene wirtschaftliche Situation, wie eine zweite repräsentative Umfrage von Sächsische.de und Civey zeigt.

Rund ein Drittel der Sachsen (32 Prozent) gibt demnach an, sich „große Sorgen“ um die eigene wirtschaftliche Situation zu machen. Weitere 50 Prozent sagen außerdem, dass sie sich „einige Sorgen“ machen. Nur eine deutliche Minderheit von 18 Prozent blickt hingegen völlig sorgenfrei auf die eigene wirtschaftliche Lage.

Wie das Ergebnis einer dritten repräsentativen Umfrage nahelegt, könnte dies mit mangelndem Vertrauen in den eingeschlagenen Weg der Bundesregierung unter Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) zusammenhängen. Wir wollten wissen: Ist grünes Wachstum, also Wirtschaftswachstum unter Wahrung des Umweltschutzes, Ihrer Meinung nach möglich?

Das Ergebnis ist eindeutig: Nur 29 Prozent glauben daran, dass beispielsweise mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energie so starke Wirtschaftszweige entstehen, dass sie zum wirtschaftlichen Wachstum führen können. 58 Prozent hingegen sind der Meinung, dass dies nicht möglich ist. 13 Prozent der Sachsen sind bei der Frage unentschieden.

Informationen zu Umfragen mit Civey

Sächsische.de führt regelmäßig in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey repräsentative Umfragen durch. Die Befragungen finden ausschließlich online statt. Wie die Umfragen mit Civey genau funktionieren, wird in diesem FAQ-Artikel erklärt.

In diesem Artikel wurden drei Umfragen ausgewertet, die Sächsische.de in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsunternehmen Civey durchgeführt hat.

  • Für die erste Umfrage besteht die sächsische Stichprobe aus 353 Teilnehmern.
  • Für die zweite Umfrage besteht die sächsische Stichprobe aus 328 Teilnehmern.
  • Für die dritte Umfrage besteht die sächsische Stichprobe aus 357 Teilnehmern.

Die sächsischen Stichproben wurden jeweils entsprechend der Wahlbevölkerung im Land nach der River-Sampling-Methode gezogen. Befragungszeitraum und Angaben zu Statistischem Fehler entnehmen Sie bitte den Grafiken.

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