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Rolls Royce stellt erstes E-Modell in Dresden vor

Das Luxus-Coupé "Spectre" läutet bei der britischen Luxus-Marke Rolls Royce das Ende der Verbrenner-Ära ein. Der Radebeuler Händler „Thomas Exclusive Cars“ ist mit den Vorbestellungen zufrieden.

Lesedauer: 3 Minuten

Das Bild zeigt das Rolls Royce Car in Dresden.
Rolls Royce Motor Cars Dresden stellte am Donnerstag auf dem Gelände Zeitenströmung seinen Kunden den ersten vollelektrischen Rolls Royce vor, den Spectre. © SZ/Veit Hengst

Von Nora Miethke

Charles Rolls, Mitgründer der Automarke Rolls Royce, kaufte sich im Jahr 1900 ein Elektroauto. Der leise und abgasfreie Antrieb des Modells Motor Carriage electric vom Hersteller Columbia Automobile begeisterte ihn. Damals sagte Rolls voraus, dass ein Elektroantrieb sinnvoll wird, wenn es feste Ladestationen geben würde. 123 Jahre später gibt es sie und jeden Tag werden es mehr. Und Rolls Royce ist auch so weit. Im vergangenen Herbst kam das erste vollelektrische Modell der britischen Luxusmarke auf den Markt – namens „Spectre“.

Am Donnerstagabend stellte Rolls Royce Motor Cars Dresden das Fahrzeug seinen Kunden im Dresdner Sterne-Restaurant Elements vor. Rund 80 Gäste überwiegend aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen waren gekommen. So mancher hatte auch den Sohn mit dabei, der sich selbst mal in den Luxus-Stromer setzen wollte. Während dieser unter einem schwarzen Tuch versteckt, im Zelt vor dem Restaurant auf seine feierliche Enthüllung wartete, verriet Sören Luthardt, Brandmanager für Rolls Royce und Bentley in Radebeul, was den Spectre für ihn so besonders macht.

Das Foto zeigt Herrn Luthardt.
Sören Luthardt, Brand Manager für Rolls Royce und Bentley, hofft neue Kunden mit dem Elektro-Luxus-Coupé für Rolls-Royce Motor Cars Dresden zu gewinnen. © Foto: SZ/Veit Hengst

„Das Design ist moderner, mit schärferen Kanten und es gibt neue Farben“, so Luthardt. Im Inneren werden wie gewohnt handvernähtes Leder, feinste Holzintarsien und Edelmetalle geschmackvoll kombiniert. „Es ist ein guter Mix aus Tradition und Modern geworden“, befindet der Händler. Und die im Boden verankerte Batterie kommt je nach Witterung auf bis zu 460 Kilometer. Völlig ausreichend. Die BMW-Tochter hat ihre Kunden befragt, welche Reichweite die elektrische Variante ihrer Lieblingsmarke haben soll. „Die meisten Kunden wünschten sich 350 Kilometer pro Batterieladung“, sagte eine Sprecherin. Das Laden sei kein Problem. Den Spectre wird man nur selten an einer Ionity-Säule sehen. „Unsere Kunden laden zu Hause oder im Büro“, heißt es.

Wie viele Vorbestellungen der Radebeuler Händler für Luxusautomobile für den Spectre hat, verrät Luthardt nicht. Bei Rolls Royce spricht man nicht über Zahlen. Nur so viel: „Der Spectre ist gut vorbestellt. Wir sind sehr zufrieden“. Trotz der schlechten Nachrichten über das schleppende Vorankommen der Elektromobilität in Deutschland sieht der 49-Jährige „keine Berührungsängste“ bei seinen Kunden. Elektro passe gut zur Marke und er geht davon aus, mit dem Modell auch neue Kunden gewinnen zu können, so Luthardt. „Aber in erster Linie kaufen sie einen neuen luxuriösen Rolls Royce. Das er elektrisch fährt, kommt erst an zweiter Stelle“, sagt der Brandmanager, der seit 25 Jahren in Dresden lebt und arbeitet.

Auch wenn seine Kunden „finanziell entspannt“ sind, hinterlässt der durchschnittliche Kaufpreis von einer halben Million Euro vermutlich auch auf ihren Bankkonten Spuren. Der Basispreis für das erste E-Modell liegt bei 390.000 Euro. Im vergangenen Jahr wurden laut dem Kraftfahrzeug-Bundesamt 16 Fahrzeuge neu zugelassen. Da die Produktion erst im Herbst startete, ist davon auszugehen, dass sich diese Zahl gut und gern vervierfachen kann. Für dieses Jahr sind jedenfalls keine Bestellungen mehr möglich, der Spectre ist so gut wie ausgebucht. Der englische Automobilhersteller, der seit 2000 zu BMW gehört, hat mit einem Rekordvolumen von 6.032 ausgelieferten Fahrzeugen ein sehr erfolgreiches Jahr hinter sich.

Der Name hat nach eigener Auskunft übrigens nichts mit James Bond zu tun, sondern liegt schon seit fast hundert Jahren in der Schublade für neue Modelle. Nur kam er bislang nicht zum Zug. „Jetzt haben wir ihn wiederbelebt“, sagt eine Sprecherin und fügt hinzu, dass Rolls Royce auch niemals eines seiner handgefertigten Fahrzeuge für Filmarbeiten zur Verfügung stellen. Viel zu groß das Risiko, dass es im Dienste seiner Majestät nicht nur bei Kratzern bleiben könnte.

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