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Sachsens Start-up-Firma des Jahres findet in Görlitz keine passende Produktionshalle

Eco-softfibre GmbH will endlich seine Schaumstoffe aus Lederabfällen in größeren Mengen produzieren. Dazu braucht es eine besondere Halle. Die gibt es in Zittau und Niesky.
Lesedauer: 2 Minuten
Man sieht einen Mann vor einer Fotowand.
Bernd Wackers Erfindung nutzt ein Abfallprodukt aus der Lederindustrie, um einen biobasierten, ökologischen Weichschaumstoff herzustellen. © Foto: SZ/Veit Hengst

Von Sebastian Beutler

Die Görlitzer Firma eco-softfibre GmbH hat sich jetzt beim Digital Demo Day in Düsseldorf vorgestellt. Eigentlich präsentieren sich dort vor allem Start-up-Firmen aus der Internetbranche, in diesem Jahr aber waren auch Firmen-Neugründungen aus dem Segment der grünen Tech-Unternehmen eingeladen.

Eco-Softfibre profitierte dabei von einer Unterstützung durch die Wirtschaftsförderung Mönchengladbach, die die Kosten des Messetages übernahm. Firmenchef Bernd Wacker stellte seine neuartigen Dämm- und Polsterstoffe aus Abfällen der Lederindustrie vor, mit denen petrochemischer Weichschaumstoff aus Polyurethan ersetzt werden kann.

Verschiedene Unternehmen aus der Verpackungsindustrie, aus der Schuhbranche oder auch Betriebe, die das Material als Polster verwenden könnten, prüfen nach seinen Angaben derzeit, ob die Stoffe aus den Lederabfällen tatsächlich die auf Erdgas-Basis produzierten herkömmlichen Schaumstoffe ersetzen können. Dass der ökologische Fußabdruck von Wackers Materialien viel kleiner als der bislang verwendeten Schaumstoffe ist, ist nachgewiesen. Doch sie sind eben auch noch teurer, da Wacker bislang nur kleine Mengen hergestellt hat.

Das will er nun ändern, um bei den Preisen wettbewerbsfähiger zu werden und größere Mengen anbieten zu können. Deswegen sucht er nach einer rund 1.000 Quadratmeter großen Halle, um im Jahr bis zu 100 Tonnen seiner Dämmstoffe zu produzieren. Das Wichtigste sei, dass der mögliche Standort mit grüner Energie betrieben wird, also mit Biomasse beispielsweise.

Ursprünglich hatte Wacker mit Erdgas gerechnet, um seine Materialien im Produktionsprozess zu trocknen. Viel Wärme wird dazu benötigt. Doch durch den Krieg Russlands in der Ukraine sind die Erdgaspreise so gestiegen, dass damit die Produktion übermäßig verteuert wird.

Bislang liegen Wacker drei Angebote für eine solche Halle im Landkreis Görlitz vor, beispielsweise aus Zittau und auch aus Niesky. Auch ein Standort in Görlitz gehört dazu, der aber offenkundig nicht zur ersten Wahl von Wacker zählt. So besteht im Moment auch die Gefahr, dass eco-softfibre Görlitz verlassen könnte. Unternehmensgründer Bernd Wacker kommt ursprünglich aus Zittau.

Zugleich ist Wacker, der zuletzt bei der Vox-Show „Höhle der Löwen“ sein Produkt vorstellte und dessen Firma 2023 zu „Sachsens Start-up des Jahres“ gewählt wurde, noch dabei, die Finanzierung für die neue Fabrik auf die Beine zu stellen. Beides, Standort wie Finanzierung, will er bis Ende des Jahres geklärt haben.

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