Die Dresdner Frauenkirche oder der Brandenburger Landtag – die Sächsischen Sandsteinwerke in Pirna haben vorzügliche Referenzen. Doch auch sie konnten den Traditionsbetrieb nicht davor bewahren, in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Das Unternehmen ist insolvent, will sich aber in einem Eigenverwaltungsverfahren sanieren. Nach Angaben des Beratungsunternehmens ABG hat das Amtsgericht Dresden Rechtsanwalt Nils Freudenberg von der Kanzlei Tiefenbacher Insolvenzverwaltung/Restrukturierung zum vorläufigen Sachwalter bestimmt.
„Der Mittelständler befindet sich in einem aktuell schwierigen Marktumfeld. Die wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheit führte zu einem spürbaren Rückgang bei Bauaufträgen“, hieß es von ABG. Kostensteigerungen bei Rohstoffen, Energie und Logistik hätten die Schieflage vertieft. Ziel sei es trotzdem, das Unternehmen mit fast 80-jähriger Geschichte zu sanieren. Der Geschäftsbetrieb der GmbH laufe weiter und die Löhne und Gehälter der rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien über das Insolvenzausfallgeld abgesichert.
Sandsteinwerke wenden Insolvenz 2012/13 ab
Unterstützt werde die Geschäftsführung unter anderem von Rechtsanwalt Stefan Ettelt von der Kanzlei Kulitzscher & Ettelt als Generalbevollmächtigter. Außerdem begleitet Simon Leopold, Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner GmbH und Co. KG den Mittelständler.„Wir konzentrieren uns darauf, den Geschäftsbetrieb weiter zu stabilisieren und erste leistungswirtschaftliche Schritte umzusetzen“, sagte Leopold.
Die Sächsische Sandsteinwerke durchlief bereits 2012/13 ein Insolvenzverfahren. Vor allem Brandenburgs prestigeträchtiger Landtagsneubau hat nach damaligen Angaben des Unternehmens zu dem Liquiditätsengpass geführt. 2013 konnte die Zahlungsunfähigkeit abgewendet werden. Damals hatte die Firma 62 Mitarbeiter. (SZ)

Das sind die Sächsischen Sandsteinwerke
- Die Sächsische Sandsteinwerke GmbH ist mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf dem nationalen und zunehmend auch internationalen Naturwerksteinmarkt tätig.
- Der Schwerpunkt liegt hierbei vor allem auf der Herstellung von massiven Steinmetzwerkstücken und Bildhauer-Elementen aus Elbsandstein. Hinzu kommen der Betrieb von sechs Steinbrüchen, die Bearbeitung gebrochener Steine und die Verwertung bearbeiteter und unbearbeiteter Steine aller Art.
- Der Leistungskatalog schließt dabei die Planung, Projektierung und Realisierung von steintechnischen Arbeiten sowie die Aufgaben eines Generalauftragnehmers und Restaurierungsarbeiten ein.
- Zu den bekanntesten Referenzen des Betriebes gehören die Dresdner Frauenkirche, die Schlossarkaden Braunschweig, der Landtag in Brandenburg, das Berliner Schloss sowie die Augustusbrücke Dresden. Quelle: ABG Marketing GmbH


