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So teuer wird der Restaurantbesuch in Dresden ab Januar 2024

Zum Jahresbeginn steigt die Mehrwertsteuer in der Gastronomie wieder auf 19 Prozent. Kommt jetzt der Preissprung? Dresdner Wirte rechnen vor, wie viel das Schlemmen im Restaurant ab Januar 2024 kostet.

Lesedauer: 4 Minuten

Man sieht einen Koch bei der Zubereitung des Essens.
Gastronomen und Küchenchefs, hier Sebastian Strobel vom Dresdner Restaurant "Kastenmeiers", müssen ihre Preise aufgrund der erhöhten Mehrwertsteuer neu kalkulieren. Wie teuer wird es für die Gäste? © Matthias Rietschel

Von Julia Vollmer & Juliane Just

Dresden. Ab dem 1. Januar gilt in der Gastronomie wieder der normale Mehrwertsteuersatz von 19 statt 7 Prozent. Die Steuer wurde 2020 aufgrund der Corona-Pandemie herabgesetzt. Der Hotel- und Gaststättenverband „Dehoga“ rechnet in Sachsen deshalb mit Preissteigerungen und Schließungen und sprach von einer „Katastrophe für Betriebe“ und einem „Preisschock für Gäste“. Doch müssen Gäste ab nächster Woche wirklich tiefer in die Tasche greifen? Sächsische.de hat mehrere Wirte in Dresden gefragt und Portionen vorrechnen lassen.

Restaurant „Kastenmeiers“ im Kempinski Dresden

Restaurantchef Gerd Kastenmeier sagt unumwunden: „Ja, wir werden die Erhöhung der Mehrwertsteuer ab dem 1. Januar 2021 an die Gäste weitergeben.“ Der Küchenchef des „Kastenmeiers“, das Anfang November zurück ins Taschenbergpalais Kempinski gezogen ist, arbeite gerade an der neuen Karte. „Das ist eine kaufmännische Entscheidung, wir wollen weiterhin solide wirtschaften und solvent bleiben“, so der Inhaber.

Im Fischrestaurant von Gerd Kastenmeier im Kempinski Dresden wird es für Gäste ab dem 1. Januar 2024 teurer. Grund ist der Mehrwertsteuersatz, der zurück auf 19 Prozent erhöht wird.© Matthias Rietschel (Archiv)

Es gebe jedoch auch Ausnahmen, bei denen Gäste nicht tiefer in die Tasche greifen müssen. Die Preise für Hummer, Austern und Kaviar werden sich beispielsweise nicht erhöhen. Sie zählen als Luxusgüter, für sie galt die gesenkte Mehrwertsteuer nicht.

Gerd Kastenmeier kann sich nicht vorstellen, dass die Gäste wegen der erhöhten Mehrwertsteuer vom Essen gehen absehen. Das Fischrestaurant bietet Speisen im höheren Preisniveau. „Wer zu uns kommt, hat besondere Gäste oder möchte sich etwas gönnen und da kommt es auf den Euro am Ende nicht an.“ Im Dezember war das Lokal „rappelvoll“, auch für 2024 ist der Vorlauf bereits „super“.

Traditionshaus Luisenhof am Weißen Hirsch

Auch Carsten Rühle, Wirt im Luisenhof, kündigt Preiserhöhungen an. „Wir bringen zum 1. Januar eine neue Speisekarte an den Start. Diese wird neue und veränderte Gerichte enthalten, aber auch einige Preise müssen angehoben werden, im Schnitt um 8 bis 15 Prozent.“ So kostet beispielsweise das mit Würzfleisch überbackene Schweinesteak mit Buttererbsen und Pommes frites künftig 18,90 Euro statt bisher 17,90 Euro. Der Preis für den Sächsischen Sauerbraten mit Apfelrotkohl, Kartoffelklößen und Rosinensoße steigt von bislang 18,90 Euro auf dann 19,90 Euro, so Rühle.

„Hintergrund für diesen Schritt ist aber nicht nur die Erhöhung der Mehrwertsteuer. In der jüngeren Vergangenheit waren nicht nur wir mit vielen Herausforderungen und Kostensteigerungen konfrontiert“, erklärt der Gastronom. Faktoren seien höhere Energiepreise, teurere Lebensmittel oder gestiegene Personal- und Lieferkosten, Umsatzeinbußen durch die Corona-Lockdowns. Und auch die CO₂-Abgabe und steigende Lkw-Maut werden sich wohl kurzfristig durch weitere Kostensteigerungen auswirken.

Er habe nicht alle Preise für Speisen und Getränke anheben müssen – nur an den Stellen, wo es betriebswirtschaftlich nicht mehr anders vertretbar war. „Und wir gehen mit den Preissteigerungen ganz transparent um: In der neuen Speisekarte werden die Gäste einen Einleger finden, in dem wir diesen Schritt erläutern“, sagt Carsten Rühle.

Restaurant „Johann“ in Dresden-Johannstadt

Gäste, die es sich im „Johann“ am Käthe-Kollwitz-Ufer schmecken lassen wollen, werden nicht direkt einen Unterschied merken, sondern erst etwas später. Dort wird die neue Speisekarte im Laufe der ersten Januarwoche angepasst – dann aber mit 12 Prozent Erhöhung. „Es nützt alles nichts. Wenn wir die Preise nicht erhöhen, würden wir ein Minus erwirtschaften“, sagt Inhaberin Laura Girke.

Gastronomin Laura Girke fürchtet, dass es aufgrund der Verteuerung im Restaurant „Johann“ zu Diskussionen mit den Gästen kommen wird.© Sven Ellger

Für die neue Speisekarte werden gerade die Preise kalkuliert. Die À-la-carte-Gäste werde die Erhöhung nicht so sehr treffen, Gäste größerer Veranstaltungen wie beispielsweise Hochzeiten oder Jugendweihen hingegen schon. Die Gastronomin befürchtet „viele Auseinandersetzungen“ mit den Gästen.

„Wir müssen uns dann entschuldigen und darauf verweisen, dass wir uns daran nicht bereichern“, sagt sie mit Blick auf die Verteuerungen, mit denen die Wirte ebenfalls konfrontiert sind. Dieses Thema treibe sie sehr um. Aber eines bleibt für die Wirtin klar: Die Portionen bleiben gleich groß, „die Gäste sollen satt werden“.

Steakhaus „Meatery“ in der Innenstadt

Gestiegene Kosten und die Rückkehr zur alten Mehrwertsteuer muss auch Florian Leisentritt aus dem Gewandhaus und dem Steakrestaurant „Meatery“ auf die Gäste umlegen. Gefragt nach einem konkreten Beispiel sagt er: „Ab 2024 wird das Filet Steak von 200 Gramm wohl rund 40 Euro inklusive einer Beilage kosten. Aktuell liegen wir noch bei 35 Euro.“ Leisentritt ist auch Sprecher der Dresdner Hotelallianz.

Er werde ab dem 1. Januar seine Preise um sechs bis 15 Prozent anheben müssen. „Eine Anpassung von Rezepturen und damit einhergehenden Qualitätseinbußen ist für uns keine Option“, so Leisentritt. Er nennt, wie die anderen Dresdner Gastronomen, als Faktoren neben der Erhöhung der Mehrwertsteuer auch die Lohnsteigerungen, die Ausweitung der Maut-Gebühren und das Auslaufen der Energiepreisbremse zu Ende 2023.

Steakhaus „Meatery“ in der Innenstadt

Gastronom Matteo Böhme führt das Gerücht in Laubegast und das Bräustübel am Körnerplatz. Auch er reagiert auf die Rückkehr zu 19 Prozent Mehrwertsteuer. „Wir werden auf der Speisekarte die Speisenpreise durchstreichen, plus 12 Prozent rechnen und den neuen Preis daneben schreiben“, sagt er. Damit wolle das Restaurant besonders transparent vorgehen.

So wird im Bräustübel am Körnerplatz der Klassiker „BockSalat“, also Bockwurst mit Kartoffelsalat, von 8,90 auf 9,97 Euro angehoben.

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