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Trotz geplatztem Deal bei „Höhle der Löwen“: Firma steigert Verkaufszahlen nach Fernsehauftritt

Gründer Sebastian Heidrich investiert drei Millionen Euro in den Produktionsstandort Arnsdorf bei Görlitz für eine Erfindung, die der Gesundheitsvorsorge von Männern dient. Davon sollen auch Sportvereine in Ostsachsen profitieren.

Lesedauer: 2 Minuten

Falk Schoenfeld gehört zu den Mitarbeitern des Arnsdorfer Unternehmens und produziert am Thermotec-Standort das Streamcheck-Gerät. Quelle: Martin Schneider

Constanze Junghanß

Vierkirchen. Die Hoffnungen auf einen Ein-Millionen-Deal bei der Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ waren in Vierkirchen, einer kleinen Gemeinde zwischen Görlitz und Niesky, groß.

Am Standort der Firma Thermotec produzieren Sebastian Heidrich und sein Team ihre Erfindung für Männer, die es bis ins Fernsehen schaffte. Streamcheck heißt das Produkt, für das die Crew um Heidrich gern die kräftige Finanzspritze der Investoren gehabt hätte. Zu einem Deal bei der Anfang März ausgestrahlten Sendung kam es nicht. Die Löwen-Runde entschied sich gegen einen Kapitalzuschuss.

Für Geschäftsführer Sebastian Heidrich ist der Auftritt bei der „Höhle des Löwen“ dennoch „ein großer Erfolg gewesen“, wie er zum Monatsende gegenüber der SZ einschätzt. Denn auf diese Weise wurde das ostsächsische Start-up deutschlandweit bekannt gemacht. „Wir hatten danach viele Anfragen auch von überregionalen Medien“, sagt er. Und die Verkaufszahlen seien in die Höhe geschnellt. „Allein am Tag der Sendung haben wir mehrere hundert Streamchecker verkauft.“

Produktion läuft auf Hochtouren

Das passiert ausschließlich über das Internet. Einen Vor-Ort-Erwerb gibt es nicht. Das Produkt wird in Arnsdorf produziert, verpackt und von da aus gleich versandfertig gemacht. „Mittlerweile liegen die Verkaufszahlen im vierstelligen Bereich“, freut sich der Geschäftsführer. Die Produktion läuft also auf Hochtouren und soll weiter ausgebaut werden – auch ohne den Deal aus der Löwen-Jury-Runde. Aktuell gibt es zwölf Mitarbeiter.

Erste Krankenkasse zeigt Interesse

Sebastian Heidrich sagt, dass neuerdings eine Betriebskrankenkasse aus der Pfalz und Medizingerätehersteller aus den USA sowie aus Europa Interesse an dem Produkt, das im Landkreis Görlitz hergestellt wird, bekundet hätten. „Wir hoffen, ebenfalls große Krankenkassen aus Deutschland als Partner zu gewinnen.“

Sebastian Heidrich ist Geschäftsführer von Thermotec in Arnsdorf.
Sebastian Heidrich ist Geschäftsführer von Thermotec in Arnsdorf.
Quelle: Martin Schneider

Von dem Gerät mit dem Spezial-Messbecher sollen künftig zehn Sportvereine profitieren, davon drei aus dem Raum Ostsachsen. Weil das Produkt in Vierkirchen entsteht, möchte Sebastian Heidrich Streamcheck als Erstes dem ortsansässigen Fußball-Sportverein in Arnsdorf kostenfrei zur Verfügung stellen. Sebastian Heidrich sagt: „Weitere interessierte Sportvereine können sich gern bei uns melden.“

Wir hoffen, ebenfalls große Krankenkassen aus Deutschland als Partner zu gewinnen. – Sebastian Heidrich, Geschäftsführer

Das Gerät kostet etwa 200 Euro und ist mit einer App verknüpft. Kernstück von Streamcheck ist ein speziell ausgestatteter Becher, der Urinwerte und -strahlstärke misst und so frühzeitig auf Prostata- und andere urologische Probleme hinweisen kann – im Selbsttest und weil Männer den Gang zum Arzt eher scheuen würden. Die App wertet die Ergebnisse aus.

Drei Millionen Euro investiert

Bei auffälligen Werten sollte ein Urologe aufgesucht werden. Eine Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchung beim Arzt ersetzt Streamcheck aber nicht, wie Sebastian Heidrich betont. Entwickelt wurde das Gerät gemeinsam mit dem Homburger Urologen Professor Stefan Siemer und Sebastian Janus, die bei der Vorstellung in der „Höhle des Löwen“ mit dabei gewesen sind.

Für den Firmenstandort in Arnsdorf gab es nach Angaben von Sebastian Heidrich eine Förderung seitens der Sächsischen Aufbaubank „im siebenstelligen Bereich“. Rund eine Million Euro seien das gewesen. Die Finanzmittel sind unter anderem für die Entwicklung des Messgeräts und die Containerfabrik gedacht. Insgesamt und mit dieser Förderung investiert das Unternehmen drei Millionen Euro in den Aufbau der Streamcheck-Produktion. Am gleichen Ort in den Hallen nebenan werden seit mehr als 20 Jahren Elektroheizungen hergestellt. Zwar ist von beiden Unternehmen Heidrich der Geschäftsführer. Miteinander zu tun haben die Produktionslinien aber nicht.

SZ

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