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Zweite Chance für E-Bike-Akkus

Das Unternehmen Liofit aus Kamenz und der österreichische Dienstleister Saubermacher wollen zeigen, wie sich E-Bike-Akkus retten und Kosten sparen lassen. Erste Tests zeigen durchaus Erfolge.

Lesedauer: 2 Minuten

Ein Mann nimmt den Akku aus einem E-Bike
Das Kamenzer Unternehmen Liofit hat sich auf die herstellerunabhängige Reparatur von E-Bike-Akkus spezialisiert. Eine gemeinsame Initiative mit der Saubermacher AG rückt die Themen Recycling und Second Use in den Fokus. Foto: Liofit

Kamenz/Premstätten. Wie kann eine Kreislaufwirtschaft mit Reparatur und Recycling innerhalb moderner Produktionsabläufe funktionieren? Anlässlich des Welttags der Batterie am 18. Februar wollen das Kamenzer Unternehmen Liofit und der österreichische Umwelt- und Recyclingdienstleister Saubermacher zeigen, dass beide Prozesse als gleichwertige Hebel zusammenspielen können. Liofit ist nach eigenen Angaben führender Spezialist für die herstellerunabhängige Reparatur von E-Bike-Akkus und damit Partner für den Fahrradfachhandel, Servicebetriebe und Recyclingunternehmen. Die Saubermacher AG ist ein internationales Entsorgungs- und Recyclingunternehmen mit Sitz in Feldkirchen bei Graz. Beide Firmen sind europaweit im Geschäft. Gemeinsam haben sie Prozesse entwickelt, um Lithium-Ionen-Batterien effizient zu bewerten und sinnvoll zuzuordnen – über die Wege Second Use oder Recycling.

Oft wird der Akku entsorgt

Relevanz hat das Thema durchaus, denn die Zahl batteriebetriebener Produkte steigt – insbesondere im Bereich der E-Mobilität. Wird der Akku schwächer und fällt ganz aus, wird er bislang meistens entsorgt und durch ein neues Produkt ersetzt. „Noch immer landen somit viele Batterien frühzeitig im Recycling, obwohl Teile davon – ohne Sicherheitsbedenken oder Qualitätsverlust – weiter nutzbar wären. Gleichzeitig stehen Recyclingunternehmen häufig vor der Herausforderung, große Mengen an Altbatterien effizient zu bewerten – oft ohne genaue Informationen über deren Reparatur- oder Wiederverwendungspotenzial“, beschreiben die Unternehmen das Dilemma. Ihr Ziel: Lithium-Ionen-Batterien zukünftig länger im Kreislauf halten, Ressourcen schonen sowie CO2-Emissionen und Kosten sparen.

Liofit steuert Datenbanken, die Diagnose-Software, Reparatur-Know-how und praxisnahe Videoanleitungen bei. Saubermacher bringt Infrastruktur und Erfahrung im Recycling ein und sorgt damit für die praktische Umsetzung und Skalierung. Und das funktioniert so: „Am Standort Premstätten werden Batterien systematisch erfasst und vorsortiert. Mithilfe der von Liofit entwickelten Software kann frühzeitig eine Entscheidung über die Batterie getroffen werden. Per Etikett-Scan und ohne den Akku zu öffnen gibt die Anwendung mit grün oder rotem Signal preis, welche Akkus sich für Second Use eignen, welche Komponenten als Ersatzteile genutzt werden können und welche Batterien direkt ins Recycling kommen.“ Die bisherigen Tests zeigten, dass rund 60 Prozent der geprüften Akkus für Second Use – also als Ersatzteilquelle – genutzt werden können. „Zahlreiche E-Bike-Akkus verdienen eine zweite Chance. Daher haben wir beschlossen, gemeinsam mit Saubermacher technisches Know-how mit praktischer Recyclingkompetenz zu verbinden, sodass Batterien länger im Kreislauf bleiben, als sie es bisher tun – ressourcenschonend, effizient und sicher“, so Liofit-CEO Rico Günther.

Kunden können Kosten sparen

Kunden könnten von der „wirtschaftlich attraktiven Reparaturoption“ profitieren und im Durchschnitt rund 50 Prozent der Kosten im Vergleich zu einem Neukauf sparen. Zudem verdopple eine Reparatur die Lebensdauer des Akkus. „Re-Use-Projekte tragen einen wesentlichen Teil zur Vision Zero Waste bei. Gleichzeitig leisten wir mit unserer gemeinsamen Initiative mit Liofit einen Beitrag zu nachhaltiger Mobilität und unterstützen die zunehmende Bedeutung des Radfahrens im Alltag“, so Hans Roth, Gründer der Saubermacher AG. In beiden Unternehmen ist man sich sicher: Das Thema hat Potenzial. (an)

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