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Nach Bräuhaus-Insolvenzmeldung: Wie geht es für die anderen Lokale in Dresden weiter?

Die Umsätze im Traditionslokal Waldschlösschen oberhalb der Elbe in Dresden reichen nicht, um die Kosten zu decken. Bleiben die anderen Restaurants der Familie Kosiol offen?
Lesedauer: 2 Minuten
Man sieht eine Brauerei
Hohe Renovierungs- und Energiekosten haben die Betreibergesellschaft des Waldschlösschens einen Insolvenzantrag stellen lassen. © Foto: PR

Von Ulrich Wolf & Julia Vollmer

Dresden. Der bekannte Dresdner Gastronom Maik Kosiol muss nach dem Aus für das Gasthaus „Italienisches Dörfchen“ einen weiteren Rückschlag verkraften. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Amtsgericht Dresden dem Antrag seiner Betreiberfirma für das Traditionslokal „Bräuhaus am Waldschlösschen“ in Dresden auf eine Insolvenz in Eigenverwaltung zugestimmt hat.

Das Verfahren erlaube es Kosiol, das Geschäft vorerst eigenständig weiterzuführen, sagte Wallner. Der Gastronom betonte, man habe es mit dem Sanierungsexperten nun „selbst in der Hand“, eine schnelle und langfristige Lösung für das Bräuhaus zu finden. Als Ursache der finanziellen Schieflage werden in der Mitteilung umfassende Renovierungen, eine verzögerte Eröffnung sowie hohe Kosten durch Energie und Inflation genannt. Auf die Frage, wie hoch die Außenstände, also die Schulden, sind, sagt Sprecherin Ilka Stiegler: „Dazu können wir keine Auskunft geben.“

Andere Restaurants der Familie Kosiol bleiben geöffnet

Noch aktiv ist die Familie beim Kitzo-Alpenstüberl, dem Brunetti in Striesen und der Elbterrasse in Wachwitz. Auf Anfrage teilte Sprecherin Stiegler am Freitag mit: „Die anderen Restaurants der Familie Kosiol sind von der Sanierung der Betreibergesellschaft des Brauhauses am Waldschlösschen nicht betroffen. Die Restaurants haben wie gewohnt geöffnet.“ Und auch im Brauhaus läuft der Geschäftsbetrieb weiter, es ist geöffnet.

Die nun insolvente Kosiol Gastronomie GmbH war 2021 eigens zur Führung des Bräuhauses gegründet worden. Ursprünglich sollte es im Frühjahr 2022 dort wieder losgehen, doch die Renovierung erwies sich als sehr aufwändig, insbesondere bei der Elektrik. Nach der Eröffnung 2023 deckten die Erlöse die Personal- und Investitions- sowie Kreditkosten nicht ab. Außergerichtliche Sanierungsbemühungen und Gespräche hätten „keine signifikante Verbesserung gebracht“. Bereits bei der Übernahme war sich Kosiol bewusst: „Entweder es wird ein Ritterschlag oder unser Sargnagel.“

Löhne sind bis Ende April gesichert

Die Löhne für die 37-köpfige Belegschaft seien bis Ende April abgesichert. Als Sachwalter agiert der Rechtsanwalt Christian Heintze von der Wirtschaftskanzlei BBL Brockdorff; er überwacht Kosiols Geschäftsführung im Interesse der Gläubiger.

Der Gastronom ist seit gut einem Vierteljahrhundert in Dresden aktiv. Er und seine Frau stammen aus Senftenberg, sie betreiben das Bräauhaus als Franchise-Partner der Brauerei Paulaner. Das von ihnen geführte Restaurant Italienisches Dörfchen an der Augustusbrücke musste Ende 2023 schließen, ebenso das dortige Kaffeehaus und Stadtwaldschlösschen. Ebenfalls im vorigen Jahr gaben Kosiols das Gasthaus „Zum Schwan“ (ehemals Maredo) am Neumarkt auf.

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