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So viel kostet der Gänseschmaus in diesem Jahr

Einige Züchter haben den Preis angehoben. Es gibt große Unterschiede. Sächsische.de zeigt einige Beispiele aus der Sächsischen Schweiz und dem Osterzgebirge.
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Man sieht viele Gänse.
Bald geht es den Gänsen an den Kragen. Kurz vor Weihnachten werden sie geschlachtet. © Daniel Schäfer

Von Mareike Huisinga

Die Vorbereitungen laufen: Nur noch knapp zwei Monate, dann wird Weihnachten gefeiert. Allerdings starten nicht nur die Überlegungen, welche Geschenke für wen gekauft werden müssen. Auch die kulinarische Frage ist Thema. Bei vielen Familien darf der traditionelle Gänse- oder Entenbraten aus der Röhre nicht fehlen. Sächsische.de hörte sich bei einigen Geflügelzüchtern um, wie viel das Kilo kostet. Nicht alle Unternehmer haben erhöht, aber oftmals sind die Tiere bereits vorbestellt.

Gut Gamig hat Preis erhöht, bietet Bio-Qualität

Kurzentschlossene für einen Entenbraten kommen bei Gut Gamig zu spät. „Unsere Enten sind bereits alle vorbestellt“, sagt Johannes Dill, der verantwortlich für die Vermarktung ist. Meistens sei es so, dass bei der Abholung die Kunden bereits für das nächste Jahr neu bestellen. Rund 80 Enten verkauft Gut Gamig in diesem Jahr. Das Kilo kostet 19,60 Euro; im vorigen Jahr lag die Summe bei 18,56 Euro. Auch der Preis für die Gans ist um einen Euro pro Kilo teurer geworden. Gut Gamig verlangt in diesem Jahr 22, 10 Euro pro Kilo. „Das Getreide für das Geflügel produzieren wir zwar selber, aber wir müssen Eiweißfutter hinzugeben. Der Einkaufspreis dafür ist gestiegen“, erklärt Dill die Erhöhung. Dafür bekommen die Kunden aber auch beste Bioqualität. „Das Geflügel hat einen großen Auslauf auf der Weide, wo wir in diesem Jahr einen Teich angelegt haben“, sagt Dill.

Geflügelhof Ebert in Höckendorf verkauft nur ganze Gänse

Gut haben es auch die Gänse und Enten auf dem Hof von Rainer und Christine Ebert in Höckendorf bei Klingenberg. „Wir verkaufen nur ganze Gänse“, sagt Christine Ebert. Das Kilo kostet wie im Vorjahr, 14 Euro. Auch der Kilopreis für die Ente mit zwölf Euro ist gleichgeblieben. „Wir haben alles selber, also Wiesen, und wir bauen das Futtergetreide selber an“, erläutert Christine Ebert. Die Hälfte der je 800 Gänse und Enten seien vorbestellt. Die Kunden kommen aus der Region Dresden, Pirna und Freiberg. „Allerdings haben wir auch Kunden aus Bayern, die ihre Verwandten hier besuchen. Sie nehmen immer eine Weihnachtsgans von uns mit in ihre Heimat“, sagt die Chefin.

Wochenmarkthändler bleibt bei dem Vorjahrespreis

Einer der großen Geflügelplayer ist Mario Steinert aus Diehsa im Landkreis Görlitz, der aber seine Produkte unter anderem auf dem Wochenmarkt in Pirna verkauft und zahlreiche Kunden hat. Ebenso wie die Eberts konnte er die Preise vom Vorjahr halten. So kostet das Kilo Ente 17,90 Euro und für die Gans muss der Kunde 18,90 Euro hinlegen. 80 Prozent seines Geflügels sind allerdings bereits vorbestellt. Gleich nach der politischen Wende hatte er im Jahr 1990 seinen Geflügel- und Erlebnishof eröffnet. 35 Angestellte beschäftigt er. Zwar hat sich der Züchter auf Frischgeflügel spezialisiert, allerdings verkauft er in seinem Hofladen auch manchmal Lamm und Wild. „Das ist aber eher die Ausnahme“, sagt der Unternehmer. Was bei ihm zu Weihnachten auf den Tisch kommt? „Natürlich Gänsebraten nach dem alten Familienrezept.“

Bei Geflügelhof Fröde sind alle Gänse vorbestellt

Wenn es um die Gans geht, ist der Geflügelhof von Simone Fröde in Ulbersdorf bei Hohnstein eine angesagte Adresse. Kein Wunder, denn von Kind auf arbeitet sie auf dem Hof ihrer Eltern mit, den sie 2002 übernommen hat. Es ist ein reiner Familienbetrieb geblieben. Angestellte hat Simone Fröde nicht, aber der Sohn hilft mit. Ihre Gänse haben kein Biosiegel, die Zertifizierung sei zu teuer, sagt Fröde. Jedoch wüssten die Kunden um die Qualität. Das stimmt ganz offensichtlich, denn ihre 40 Gänse sind bereits alle vorbestellt. Das Kilogramm kostet um die 16 Euro, wie im Vorjahr. Allerdings musste die Unternehmerin den Preis von 2021 auf 2022 um zwei Euro erhöhen. „Die Futterkosten sind gestiegen, so auch der Preis für Junggänse“, erklärt sie. Erweiterungspläne für ihren Hof hat sie nicht. „Ich hoffe, dass ich alles erhalten kann“, sagt die Geflügelzüchterin. Ihre Kunden kommen aus der Region Pirna, Sebnitz und Dresden.

Maßvolle Preiserhöhung bei Züchter Dieter Lamm

Familie Lamm betreibt ihren Hof in Obernaundorf bei Rabenau bereits in der dritten Generation, teilt Vater Dietmar Lamm mit. Insgesamt hat der Betrieb rund 500 Enten und Gänse im Bestand. „Die Gänse sind bereits alle vorbestellt, einige wenigen Enten verkaufen wir noch im freien Handel“, so Lamm. Wegen der allgemeinen Teuerung und der wirtschaftlichen Gesamtsituation wolle der Hof seine Kunden nicht stärker belasten. „Wir erhöhen den Preis pro Kilogramm Geflügel lediglich um 50 Cent, sodass er in dieser Saison bei 13,50 Euro liegt“, sagt der Unternehmer, der durchschnittlich zehn Angestellte beschäftigt. Zu kaufen ist das Geflügel von Dietmar Lamm in der Poisenwaldstraße 36 in Obernaundorf.

Carsten Ullrich aus Pirna verlangt 28 Euro

Carsten Ullrich vom Hof 15 aus Pirna ist sich durchaus bewusst, dass seine Preise vergleichsweise im höheren Bereich liegen. Für das Kilo Gans verlangt er um die 28 Euro, der Preis für die Ente liegt bei 19. Euro. „Aber ich habe meine Abnehmer und meine Stammkunden“, sagt er. Da es sich bei seinen Produkten ausschließlich um reinrassiges Geflügel handele, sei der Preis angemessen. Zu seiner Menagerie gehören 400 Enten sowie 260 Gänse. „Ich halte immer zehn Prozent des Bestands für kurzentschlossene Kunden in der letzten Woche für den freien Verkauf vor“, erklärt Ullrich.

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